Herrenciemsee – Im nächsten Jahr werden die von Enoch zu Guttenberg gegründeten Herrenchiemsee Festspiele ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Das tun sie ausgiebig mit Musik von Beethoven, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr gewürdigt wird.
Vier Abende stehen im Zeichen Beethovens: Aufgeführt werden drei Klavierkonzerte mit den Solisten Stefan Strossnig, Juan Pérez Floristán und Kristian Bezuidenhout, die beiden Letzteren spielen auf einem Hammerflügel und werden von der Hofkapelle München unter der Leitung von Rüdiger Lotter beziehungsweise vom Freiburger Barockorchester mit Gottfried von der Goltz als Konzertmeister begleitet, das auch beim Violinkonzert mit Isabell Faust mit von der Partie ist. Ebenso stehen mehrere Sinfonien und Ouvertüren von Beethoven auf dem Programm, darunter Beethovens 5. Symphonie zusammen mit der Kammersinfonie Nr. 4 von Mieczyslaw Weinberg: Es spielt das Münchener Kammerorchester unter Clemens Schuldt, Er ist bekannt für seine aparten Programmzusammenstellungen. Auch das Kammerkonzert mit dem renommierten Minguet Quartett ist dominiert von Beethovens Streichquartett in cis-Moll Nr. 14, das er selbst für sein bestes hielt. Dazu tritt das berühmte Streichquintett von Schubert.
Eröffnet werden die Festspiele am 14. und 15. Juli mit zwei Konzerten im Münster Frauenchiemsee: Zwei Bachkantaten („Jauchzet Gott in allen Landen“ und „Mein Herze schwimmt im Blut“) und zwei Bach-Instrumentalkonzerte bilden das erste Konzert, es musizieren das Orchester und der Chor der KlangVerwaltung unter Reinhard Goebel, am Tag danach folgt die Marienvesper von Claudio Monteverdi mit dem Taverner Consort unter Andrew Parrot.
Zwei Abende
gehören Henry Purcell
Händels Festmusiken auf dem Wasser und beim Feuerwerk erklingen mit dem Finnish Baroque Orchestra, alle sechs Brandenburgischen Konzerte von Bach bietet der Concentus Musicus Wien. Zwei Abende gehören der Musik von Henry Purcell: „King Arthur“, die „Semi-Oper“ von Henry Purcell (die Hauptrollen sind Sprecher, nur die Nebenrollen singen, die Musik wird dramaturgisch eingesetzt) wird vom Gabrieli Consort & Players unter Paul McCreesh dargeboten, während das Folia Barockorchester weitere Opernteile von Purcell spielt, mit der zauberhaften Anna Prohaska als Sopransolistin.
Der letzte Abend am 26. Juli gehört wieder dem Orchester der KlangVerwaltung, das mit Mozarts Sinfonia concertante KV 364 und Bruckners vierter Symphonie, der „Romantischen“, die Festspiele würdig beschließt.
Man merkt: Es gibt keinen thematischen Schwerpunkt wie sonst jedes Jahr, sondern „die Festspiele selbst, ihr unverwechselbares Profil, ihr höchster künstlerischer Anspruch und ihr einzigartiges Ambiente an einem der bedeutendsten kulturhistorischen Standorte Deutschlands stehen im Mittelpunkt“, sagt Josef Kröner, der geschäftsführende Programmdirektor. Immerhin lautet das Generalmotto der Festspiele „Der Welt entrückt“ – das leisten schon die Hin- und vor allem Rückfahrt im Mondschein auf dem Schiff, die Wasserspiele und die von Livrierten begleiteten Alphornbläser in der Pause sowie das Märchenschloss selbst.
Das ausführliche Programm kann im Internet unter www.herrenchiemsee-festspiele.de eingesehen werden, der Kartenvorverkauf startet am 4. Dezember, Karten gibt es bei München Ticket, im Internet unter www.muenchenmusik.de sowie unter Telefon 089/936093. Rainer W. Janka