Bad Aibling – 36 Seestücke umgeben den Besucher beim Betreten des Ausstellungsraumes im alten Feuerwehrgerätehaus. 36-mal tosende See, Unwetter auf dem Wasser, ein winzig erscheinendes Segelboot in Seenot, aber auch einige Male ruhige, sonnenreflektierende Wasseroberfläche. Hier hat sich jemand in seiner Malerei leidenschaftlich dem Thema „Wasser“ verschrieben.
Dabei schwebte dem Maler Andreas Claviez ursprünglich eine andere Berufslaufbahn vor. Seine Heimatstadt Plauen in Sachsen war einst Hochburg der Stickerei- und Spitzenherstellung. Claviez studierte nach dem Abitur mit dem Abschluss des Textilzeichners. Man sieht den mit großem Duktus in Öl oder Acryl auf Leinwand gemalten Bildern an, dass Claviez den Umgang mit Malmaterialien bis ins Feinste beherrscht.
Naturgewalten übten schon immer eine große Faszination auf den Maler aus, und so wandte er sich mehr und mehr dem Thema Wasser zu. Dunkel und unheimlich, manchmal mit weißen Schaumkronen versehen, macht auch ein diffuser Lichteinfall die Natursituation nicht versöhnlicher. Und obwohl die Bedrohung durch die dunklen Wellen beängstigend wirkt, enthält jedes der Bilder eine Magie, der man sich schwer entziehen kann.
Auf vielen Arbeiten ist nur Wasser zu sehen, aber durch Farbenreichtum und Pinselführung wird die Stimmung klar definiert, ob es sich um einen hellen oder auch dunklen Tag handelt, um Tag oder Nacht, die Situation ist erkennbar. Immer erkennt man auch die Fähigkeit des Malers, sein Sujet bis ins feinste Detail festzuhalten, seien es die winzigen Spritzer des aufbrausenden Wassers, sei es der durchsichtige Wolkenschleier. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 15. Dezember, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr.
Ute Bößwetter