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Eine visuelle Brücke zur „Schwarzen Kunst“

von Redaktion

Andreas Legath präsentiert eine Ausstellung mit Radierarbeiten in der Galerie Markt Bruckmühl

Bruckmühl – Schwarze Druckbuchstaben auf der weißen Wand im Eingangsbereich der Galerie Markt Bruckmühl schlagen visuell eine Brücke zur „Schwarzen Kunst“ – und kündigen den Ausstellungstitel „RadierungMalSieben“ sowie die Namen der sieben teilnehmenden Künstler an.

Neben der Buchdruckerkunst werden die verschiedenen Formen der Druckgrafik – eben auch die Radierung – der Schwarzen Kunst zugeordnet. Andreas Legath hat die Ausstellung klug zusammengestellt: Die Künstler sind Andreas Bindl, Heinz Kaufmann, Andreas Legath, Walter Tafelmaier, Peter Tomschiczek, Richard Vogl und Franz Wörle. Jeder der Künstler bedient sich einer anderen Form der Radierkunst, die seit ihren Anfängen im Jahr 1513 viele neue, weiterführende Techniken erfahren hat. Auch sind die Motive nicht mehr nur in Schwarz gehalten wie in den Anfangszeiten.

Mit Peter Tomschiczek, dessen monumentale Bilder vom Meer, von Landschaften oder Gatterwegen man in Mischtechnik auf Leinwand kennt, beginnt die Schau im Erdgeschoss. Mit der Technik der Reservage, die pinselartige Strukturen auf größerer Fläche ermöglicht oder auch in Aquatinta realisiert Tomschiczek seine Motive.

Franz Wörle behält in seinen Radierungen sein bildhauerisches Werk im Auge. In der Farbe seiner durch Rost lebendig wirkenden Eisenskulpturen und in den geometrischen Formen seiner Tore und Stelen schafft er Bilder von architektonischer Kraft.

Bei Walter Tafelmaier kommt der Mensch ins Spiel: die zehnteilige Serie „Giftpilz“ variiert menschliches Mit- oder Gegeneinander in feiner Strichätzung. Ein ganz anderes Menschenbild zeichnet Richard Vogl in seinen Radierungen. In massivem schwarzem Liniengefüge springt eine Frau, neben der fünf Kirschen wie auf einer Wäscheleine hängen, „Windhunde“ huschen durch das Bild, bei „Hand und Tier“ taucht erstmals der Begriff Zuckertusche – ebenfalls ein Mittel in der Radiertechnik – auf.

Andreas Bindl thematisiert Berge, Türme, Boote, allesamt in archaischer Formgebung, auf ihre rudimentären Merkmale reduziert. Mit wenigen Linien ist Endzeitstimmung heraufbeschworen.

Heinz Kaufmanns Radierungen spiegeln südliche Landschaft wider, aus feinen Linien setzen sich Bergmassive zusammen, die eher fragil als wuchtig wirken. Und die Radierungen von Andreas Legath weisen noch eine neue Variante des Radierhandwerks auf. Seine kargen Landschaften sind mit der Technik des Karborundum gestaltet, was einen nahezu dreidimensionalen Ansatz ermöglicht. Damit rückt Legath nahe an die Plastizität seiner Bilder heran.

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