Rosenheim – Die Wände von Alfons Röckls „Kleiner Werkraumgalerie“ sind mit zahlreichen Bildern, Fotos, Objektkästen sowie einem großen Quilt gut behängt – kein Wunder: Die aktuelle Ausstellung „Dem Winter entgegen“ bietet Werke von 23 Künstlern; und die meisten Werke sind im unteren dreistelligen Euro-Bereich angesiedelt.
Himmelsleiter
als Schmuckobjekt
Als Schmuckobjekt zur Adventszeit hat Röckl im Hauptraum eine „Himmelsleiter“ mit vier seiner präsentierten Bilder aufgestellt, auf der er als oberstes Werk ein Christkind von Gertruda Gruber positioniert hat. Zwei Skulpturen sind auch zu sehen: im Vorraum ein aus Zwetschgenholz gefertigtes Objekt von Richard Wenzl, das an die Formensprache von Louise Stomps gemahnt, sowie im Hauptraum eine kleine Edelstahlarbeit im Bauhaus-Stil von Hate Hirlinger.
Christine Parzinger zeigt gut strukturierte abstrakte Arbeiten, Ilse Hatzold hat zarte „Burma-Notizen“ als Aquarelle mit Feder oder mit Wachs und Öl zu Papier gebracht, und aus Annelies Kaczynskis Mischtechnikgemälde „Ausblick“ schaut den Betrachter ein Geißbock durchdringend an.
Gert Wimmer ist mit sieben seiner akribisch gefertigten Objektkästen vertreten – kleine Preziosen mit erratischem Inhalt. Gegenüber gibt ein horizontal geteiltes Bild aus unbekannter Kinderhand eine weihnachtliche Szene als Bleistiftzeichnung und ein Märchenmotiv mit Wasserfarben wieder; ein Bild, das Röckl wegen dessen „Unbefangenheit“ zeigt. Mit zwei Schwarz-Weiß-Fotos – ausdrucksvoll der Blick des kleinen Buben – und einem kleinen abstrakten Gemälde ist die junge Künstlerin Franziska Eslami vertreten.
Bernadette Stöttner bietet mit „Kleine Leute auf Sylt“ luftige Szenen in Aquarelltechnik mit Graphit, Eva Aicher zwei mittelformatige Farbdrucke typografischen Inhalts, und Rudolf Wolfbeisser knüllt blaugrün eingefärbtes Ölpapier zu filigranen Blüten in kleine Objektkästen und zeigt drei dunkel-diffuse Mischtechnik-Farbarbeiten auf Weichbütte.
Ein „Hilferuf“
sticht heraus
In gewohnt klarer kubistischer Manier sind die Bilder von Wolfgang Bliemetsrieder gestaltet. Peter Pusch zeigt zwei kleine Serien: drei variierte Schablonen in zurückhaltenden Farben in Ölpastell-Technik auf Papier sowie vier kleine quadratische Tuschzeichnungen, und daneben steht auf einer Staffelei ein „Hilferuf“ von Rupert Dorrer gegen das wachsende Nazi-Revival in der Gesellschaft, ein Werk, das in seiner plakativ-aufrüttelnden Art heraussticht.
In erdigen Farben sind die „Valle dell’inferno“, zwei Lithografien von Andreas Legath, gehalten und leiten über zu den Farben eines Bohuslav Reynek und den Farbholzschnitten von Ludwig Gruber.
Mit vier Werken von Sigi Braun und Aquarellen von Ernst Haas sind weitere namhafte Künstler vertreten.
Ein besonderes Objekt der Kunstschau ist der bunte, 124 mal 116 Zentimeter messende Quilt „Frieden“ von Karin Weinmann, gefertigt aus handgefärbter Seide sowie ihre Arbeit „Die Schwangere“ auf Leinen aus der Zeit um 1900.
Die Ausstellung in der Heilig-Geist-Straße 4/I ist mittwochs bis einschließlich samstags von 16 bis 19 Uhr oder nach Vereinbarung unter 08031/32241 oder 08031/900718 sowie unter 0174/5186274 geöffnet und wird bis 22. Dezember gezeigt.