„Heut tut sich auf das Himmelstor“

von Redaktion

Zweimal ausverkauftes Adventssingen von Hans Berger im Kuko Rosenheim

Rosenheim – Mit Pauken und Trompeten, Hirtenspiel, Gesang und in noch vielerlei anderem kunstvoll-musikalischen Gewand stimmten die zahlreichen Mitwirkenden bei Hans Bergers jährlichem Adventssingen im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum die Besucher der zwei ausverkauften Veranstaltungen auf das bevorstehende Weihnachtsfest ein.

Dem Musikalischen Leiter, der zu diesem Anlass unter anderem über 40 Jahre alte handschriftliche Texte aus der Feder seiner Mutter ausgegraben und vertont hatte, war es wieder einmal gelungen, ein großartiges stimmiges Gesamtkonzept zu kreieren. Das Reizvolle dabei war nicht zuletzt, dass das exakt ausgefeilte, stets abwechslungsreiche Programm immer im Fließen begriffen war, wobei sich jeder der 40 zumeist kurzen und damit kurzweiligen Beiträge als Teil eines großen Ganzen darstellte.

Von Bildern
begeistert

Die einfühlsam phrasierenden Instrumentalisten glänzten sowohl in ihren rein solistisch interpretierten Stücken sowie darüber hinaus als Fundament für den stimmgewaltigen Montini-Chor und seine Dreigesänge sowie für den Evangelisten Herbert Gruber. Hierbei ergab sich bei Stücken wie „Jatz Buama, jatz muass ma ins machn“ oder „Und plötzlich war bei dem Engel ein himmlisches Heer“ ein stimmiges Miteinander von Instrumenten und Sängern. Jeder einzelne Musiker wie Harfenistin Dr. Theresa Förg oder Flötistin Gloria Marrone – um nur zwei herauszugreifen – bewies sein Können auch bisweilen in kleinen solistischen Passagen, mit denen Hans Bergers Kompositionen die verschiedenen Klangfarben der Instrumente aufleuchten ließ. Insbesondere auch die Darbietungen von Birgit Sporers (Hackbrett) Kinderchor, bei denen die Nachwuchssängerinnen und Sänger eine „scheene Zeit“ prophezeiten oder in den himmlischen Lobpreis einstimmten, gingen zu Herzen.

Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt der engagierten Riederinger Hirtabuam: Sie schilderten in wunderschöner Mundart authentisch und frohgemut die nächtliche Erscheinung des Engels, der die Geburt des Heilands verkündete, und die anschließende Suche nach dem Jesukindlein in der Krippe mithilfe des Kometen. Ein großes Lob gebührt auch Antonia Wutz´ gekonnter Bildpräsentation über der Bühne: Ihre dorthin projizierten, wechselnden Fotografien zeigten – stets passend zum gerade dargebotenen Stück – Krippen aus den verschiedensten Kirchen, Naturimpressionen oder auch Motive aus nahegelegenen Orten.

Überhaupt war diese Liebe für die Heimat, die bayerische Kultur und insbesondere für die Musik während des gesamten Adventssingens in Bild, Ton und Sprache (Sprecher: Sepp Staber) omnipräsent. Dieses Lokalkolorit fungierte gewissermaßen als unsichtbares Bindeglied zwischen den einzelnen Darbietungen und verlieh auf diese Weise Bergers Adventssingen, das unter dem Motto „Heut tut sich auf das Himmelstor“ stand, die Wirkung eines durchkomponierten Werkes.

Die umjubelte Veranstaltung endete mit dem stimmungsvollen Andachts-Jodler.

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