Rosenheim – Trommeln erschallen, Gesang erklingt, Farben erhellen die Bühne, die große Party beginnt. Die Tänzerinnen und Tänzer erscheinen und beginnen, sich zur Musik zu bewegen. Und sofort schlagen sie die Zuschauer in ihren Bann, mit ihrem Spaß, ihrer Begeisterung. Sie lachen, ihre Augen funkeln, und dieser Funke springt über und setzt alle im Saal in Brand während aller spektakulären Programmpunkte bis zum Ende des Abends.
Die Truppe aus 28 Artisten, Tänzern und Musikern bettet die verschiedenen Acts in eine lose Rahmenhandlung: Zuerst befinden wir uns auf einem afrikanischen Markt, auf dem zuerst der Ägypter Akram Magdi Hamed Said auf zwei riesigen Kugeln über die Bühne rollt. Die beiden Akrobaten Mohammed Husseini Mohamedi und Mohamed Ramadhani Bakari aus Tansania lösten Rufe des Staunens mit ihrem Können aus.
Noch mehr beeindruckte aber ihr Landsmann Geofrey Michaely Mogela. Er ist Kontorsionist, das bedeutet, er kann seine Körperteile in alle möglichen unmöglichen Positionen biegen.
Er grinst, als er wie eine Spinne verrenkt über die Bühne tippelt oder über seine eigenen verschränkten Arme klettert, um sie hinter dem Rücken über den Kopf wieder nach vorne zu ziehen. Den Menschen im Publikum ist der angenehme Schauder deutlich anzumerken.
Inzwischen geht die Rahmenhandlung weiter: Ein reicher Kaufmann wirbt um die Hand eines Mädchens, das aber mit einem anderen, ärmeren Mann, zusammen ist. Er zahlt für ihre Gunst, aber sie möchte ihn nicht. Sie beschwört Geister und die Tanzgruppe führt Tänze aus, die wohl an rituelle Stammestänze angelehnt sind. Oder zumindest sind sie das, was wir Europäer uns unter Stammestänzen vorstellen.
Nach der Pause ging es weiter mit einem BMX-Künstler aus Tansania, einer Hula Hoop-Darbietung von einer Äthiopierin. Das Publikum schloss insbesondere den kleinen Artisten Natanael Menwoyelet Bayu ins Herz, der sich von seinem Partner durch die Luft wirbeln ließ und trotz wahnsinnig schneller Drehungen immer ein verschmitztes Grinsen im Gesicht hatte.
Den letzten Höhepunkt der Show, das letzte Auflodern der Flammen, brachte Diabolokünstler Mikael Efrem Haile aus Äthiopien.
Er jonglierte mit drei Diabolos gleichzeitig und wirbelte dabei so schnell über die Bühne, dass seine Utensilien manchmal nur schemenhaft zu erkennen waren.
Erkennbar war aber die Freude auf dem Gesicht des Artisten, das Strahlen. Mehr als bei allen anderen konnte man bei ihm merken: Was er da macht, macht ihm wahnsinnig viel Spaß.
Und genau das ist es, was diese Zirkusshow so besonders gemacht hat: Da stand eine Einheit, eine Gruppe von Freunden, die großes Können mit noch größerer Leidenschaft vereint. Und natürlich heiratete am Ende die junge Frau auch den richtigen Mann.