Milchschäumer und Luftblasen

von Redaktion

Trio Verdandi aus München begeistert in der Sawallisch-Villa

Grassau – Eine unterhaltsame Mischung aus virtuoser Musik der Roma, kurzen klassischen Stücken und Tangos bot das Trio Verdandi aus München im ausverkauften Kammermusiksaal des Sawallisch-Hauses Grassau. Es spielten Ilona Cudek auf der Geige und Elke Funk-Hoever am Cello – beide sind Mitglieder der Münchner Symphoniker – sowie Mirjam von Kirschten am Klavier.

Zunächst kam unter anderem das eher ernste, getragene Klaviertrio in c-Moll von Josef Suk zur Aufführung und die lyrisch eindringliche „Aria“ von Robert Schumann. Zu den Lieblingskomponisten des Trio Verdandi gehört jedoch die französische Komponistin Mélanie Hélène Bonis. Sie hinterließ ein umfangreiches Werk, aus dem Mirjam von Kirschten zwei Kompositionen spielte – zwei virtuose Stücke Klaviermusik.

Sehr lebendig, heiter, ja zum Teil lustig wurde es im zweiten Teil, mit einem russischen Lied von Michael Glinka und zwei Stücken von Max Bruch für Cello und Klavier, dazu Gabriel Faurés „Papillon“, flirrend, schwebend, weitgehend pantomimisch, unterlegt mit dem kratzigen Geräusch von Milchschäumern auf den Saiten und dem Geräusch platzender Luftblasen erheiterten die drei die Zuhörer beim Song „My Heart will go on“ aus dem Film „Titanic“. Bei „Die Lerche“ entlockte die Violinistin Ilona Cudek durch die einem Luftballon entweichende Luft Vogelgezwitscher. Es war vielseitig, etwa mit Tangos und Milongas des zeitgenössischen Komponisten Peter Ludwig. Als letzte Zugabe erklang der „Salut d´amour“ von Edward Elgar. Und zwar mit der Ausstrahlung, Brillanz und Spielfreude, die Paul Bischof von der Sawallisch-Stiftung eingangs versprochen hatte.gi

Artikel 10 von 10