Gospel, Soul und Groove

von Redaktion

Sänger Norisha Campbell zieht die Hörer im „Le Pirate“ in ihren Bann

Rosenheim – „Take your wings and fly“ – mit diesem Appell startete Norisha Campbell ihren Auftritt im voll besetzten „Le Pirate“ und zog die Gäste von Beginn an in ihren Bann.

Norisha Campbell ist ein besonderes Phänomen in der Musikszene. Die ehemalige Profivolleyballerin startete 2013 ihre zweite Karriere mit begeisternden Auftritten bei „The Voice“ und ließ sich in der Fernsehsendung von Nena coachen.

Bei ihrem Konzert im „Le Pirate“ waren ihre Wurzeln in der Gospelmusik deutlich hörbar. Sie verwies in ihrer Moderation selbst auf Vorbilder wie Aretha Franklin und Whitney Houston und heizte die Stimmung mit dem famosen Power-Stück „Take me to the water“ und dem rhythmischen Klatschen des Publikums an. Norisha textet alle ihre Songs selbst und identifiziert sich mit den Inhalten, die Arrangements kommen von Bassist Harald Scharf. Mit viel Groove und Ohrwurmqualität entfaltete der auf die Taufe anspielende Titel seine Qualität, mit ihren gekonnten Vokalimprovisationen sorgte Norisha für einen jazzigen Touch.

Ruhige Passagen wechselten in der Gesamtchoreografie des Konzerts mit druckvollen Phasen, die bestens eingespielte Band agierte auf hohem Niveau. Harald Scharf fungierte als solider Bassist wie ebenso Stephan Staudt als Drummer. Besonders reizvoll kam der Bass im zweiten Set in „One of those days“ als alleiniges Begleitinstrument zur Geltung. Michael Vochezer steuerte wunderbare Gitarrenläufe bei, während „Pirate-Stammgast“ Jan Eschke virtuose und überraschende Pianoklänge in den Raum zauberte.

Stark waren kurze jazzrockige Ansätze in der „Blaxploitation“-Traditionwie im Soundtrack von „Shaft“ oder bei Earth, Wind and Fire. Mit Humor, Geschichten von verlorenen und wiedergefundenen Koffern, besonderen Freundschaften und viel Empathie leitete Norisha ihre Songs ein, darunter das zarte „Hold Me“, das für Gänsehaut sorgte.

Szenen aus ihrer Jugend und Appelle an die eigene Stärke und Freude bildeten den roten Faden für einen absolut mitreißenden und überzeugenden Auftritt in „Rosenheims Jazzwohnzimmer“. Als Zugabe appellierte Norisha Campbell mit „Stand for your love“ für Solidarität und wandte sich gegen Rassismus.afr

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