Rosenheim – Es war nicht nur ein Meeting, ein respektvolles miteinander Musizieren, sondern auch ein teilweises Verschmelzen unterschiedlicher Musikrichtungen zu etwas außergewöhnlich Neuem – der Auftritt von Quadro Nuevo und CantoSonor im Ballhaus in Rosenheim. Kaum zu glauben, dass die erste und letzte gemeinsame Probe wenige Stunden vor dem Konzert stattgefunden hatte. Man gewann als Zuhörer den Eindruck, als würden diese beiden Gruppen schon lange zusammen spielen. Ein fliegender Wechsel der beiden Pianisten bei der Gegenüberstellung eines Volksliedes gestaltete sich einmal klassisch und gewohnt, dann aber in einer jazzigen Version. So entstand eine gänzlich neue Interpretation der Volkslieder wie „Heideröslein“ „In einem kühlen Grunde“ oder das ganz alte Lied „Ich fahr dahin“.
Zwischen Kunstlied
und Volksmusik
Zusätzlich bot jede der beiden Ensembles noch ihre eigenen Lieder. CantoSonor verließ manchmal das Gebiet des deutschen Volksliedes und sang ein italienisches und ein amerikanisches Medley. Dazwischen gab es Kunstlieder, die zu Volksliedern geworden sind und einen Kanon von Mozart, virtuos interpretiert und abgewandelt von Quadro Nuevo. Es war schön mit anzusehen, wie die Spieler auf der „Ersatzbank“ die Musiker bei ihrem Auftritt vorne durch ihr aufmerksames Zuhören unterstützten. Eine gute Idee, diese „Ersatzbank“, denn ein ständiges Auf- und Abgehen der Musiker wäre auch sehr störend gewesen. Auf jeden Fall war der wunderbare Abend das Ergebnis eines gelungenen Experiments, in dem Profis auf höchstem Niveau miteinander musizierten und konzertieren. Und es waren Lieder „fürs Volk“, denn beide Ensembles konnten auch die Fangemeinde der jeweils anderen Gruppe begeistern.
Dies bestätigte der starke Applaus der circa 350 Zuhörer, der zwei Zugaben hervorlockte, wobei das „Im Frühtau zu Berge“ ein besonders vertracktes und rhythmisch verschobenes Stück war. Fazit des Abends: Es wäre schade, wenn dieses Konzert das einzige mit den beiden Ensembles bliebe.