Rosenheim – Tina Turner ist eine lebende Legende der Rock- und Popgeschichte. Seit sie vor über zehn Jahren nach einer fulminanten Abschiedstournee ihre Karriere beendet hat, sprießen Tina-Turner-Musicals wie Pilze aus dem Boden. Mit „Simply the Best – Die Tina Turner Story“, präsentierte Cofo-Entertainment eine Produktion, deren Hauptdarstellerin Dorothea „Coco“ Fletcher vor allem im zweiten Teil nah an das unübertroffene Original heranreichte. Es war eine musikalische Zeitreise von den Anfängen Anna Mae Bullocks als Sängerin der Band „The Kings of rhythm“ an der Seite von Band Leader und Ehemann Ike Turner – toll interpretiert von Grammy Award-Gewinner Vasti Jackson – bis hin zum Finale ihrer Solokarriere mit Welthits wie „We don’t need another hero“, „Goldeneye“ oder „Private dancer“. Mit authentischen Outfits, großartiger Mimik und Gestik erinnerte Fletcher an Tina Turner, wenngleich der unnachahmliche Esprit des Vorbilds fehlte.
Stimmliche
Ähnlichkeit
Stimmlich kam die US-Sängerin nahe an das Original heran, allerdings ohne Turners spezielles Timbre. Begleitet wurde Coco während der zweieinhalbstündigen Show von den drei hervorragenden Background-Sängerinnen Della Miles, Miku Graham und Sharlie Pryce, zwei mitreißend aufreizenden Tänzerinnen aus Norwegen und großartigen Musikern wie dem Saxofonisten Ilia Skibinsky, Michael Shand (Keybourd), Doan Pham (Drums) und Bass-Gitarrist Andreas Walter. Marten Krebs erzählt als Manager Episoden aus dem Leben Tina Turners, ohne jedoch in die Tiefe zu gehen. So bleibt zum Beispiel weitgehend unerklärt, wieso Ike und Tina nach der Vorstellungspause getrennte Wege gehen nachdem sie zuvor noch gemeinsam „Don`t make me stop loving you“ gesungen haben. Die dunklen Seiten der Beziehung blieben ausgeblendet. Eingeblendet im „magischen Auge“ hinter der Bühne wurden allerdings immer wieder Szenen aus Original-Konzertauftritten und Einblendungen von Filmszenen. Pressestimmen aus den 80er-Jahren, die Tina unter anderem als „schwarze Marika Rökk“ würdigten, nachdem noch in den 70er-Jahren „Der Spiegel“ die „lasziven Hüftbewegungen der Neger“ kritisiert hatte.
Die rund 850 Fans im Kuko schmetterten mit Tina zum Finale stehend und tanzend „Simply the best“ und würdigten das gesamte Ensemble mit lautem Applaus für den gelungenen Abend.