Rosenheim – In besonderer Weise ist das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern mit Orten, Menschen, Lied, Musik, Tanz und Bräuchen im Landkreis Rosenheim verbunden. Allein schon die Lage des Archivgebäudes in Bruckmühl inmitten des Mangfalltales mit seinen traditionell musikalischen Orten und Menschen sorgt für eine reiche regionale Anbindung – auch in die Nachbarregionen wie das Oberland mit seiner Landlertradition oder den Landkreis Ebersberg.
Das Rosenheimer Land war in den früheren Generationen auch angeregt von der bürgerlichen Musikkultur der Kreisstadt. Als Durchgangsgebiet spielen auch viele kulturelle Einflüsse von außen eine Rolle: Den Inn entlang „schwimmt“ die Tiroler Musik herein und das niederbayerische Musiziergefühl kommt von „innabwärts“ auch ins Wasserburger Land. Besonders prägend waren und sind auch die Einflüsse aus dem Chiemgau, der kirchenrechtlich und von den dort lebendigen Bräuchen her bis ins 19.Jahrhundert auch von Salzburg geprägt war.
Zusätzlich ist das Rosenheimer Land eine Wiege der Volksmusikpflege, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, unter anderem mit Wastl Fanderl in Frasdorf, Annette Thoma in Riedering, dem Bildungswerk Rosenheim, der Stadtsingschule Kolbermoor oder dem Wasserburger und Rosenheimer Volkstanzkreis.
Im Februar 2020 bietet das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern – aufbauend auf den Sammlungen und Forschungen – auch regional interessante Veranstaltungen an:
Am Mittwoch, 19. Februar, 19 Uhr, findet ein Archivabend der neuen Reihe „Wissen Volksmusik“ zum Thema „Volksmusikpflege in Schule und Kindergarten“ statt. Dabei geht es zum Beispiel um die Auswirkungen der Kindergartenbewegung des späten 19. Jahrhunderts, die Liedauswahl in früheren und heutigen (Volks-)Schulliederbüchern sowie die Ideen von Kiem Pauli und Kurt Huber. Weitere Themen sind etwa neue Ansätze nach dem Zweiten Weltkrieg – unter anderem durch Pauline Thoma und Hans Lorenz in Kolbermoor – sowie um die Initiativen von Wastl Fanderl und Wolfgang Scheck und aktuelle Angebote aus der Arbeit des Volksmusikarchivs und der Volksmusikpflege. Anmeldeschluss ist der 17. Februar.
Am Faschingssamstag, 22. Februar, 10 bis 12 Uhr, gibt es unter dem Titel „Carnevalsmusik“ ein besonderes Angebot im Archivgebäude: Wer mit einem Geräuschinstrument oder auch einem anderen Musikinstrument und eventuell zum Faschingssamstag passender Kleidung ins Volksmusikarchiv kommt, auf den wartet eine Überraschung. Gemeinsam und ohne Noten soll eine „Katzenmusik“ gemacht werden, wie sie von verschiedenen Faschingsbräuchen überliefert ist. Es werden auch Neueinspielungen nach Notendrucken vom Münchner Musikmeister Peter Streck (1797-1864) vorgestellt: „Maskaraden-Taenze und Märsche“ für „Picolo oder Violin, Clarinette, Trompete, Trommel, Triangolo und Chinellen ad libitum“.
Am Rosenmontag, 24. Februar, ist das Volksmusikarchiv um 20 Uhr wieder im Wirtshaus „Zum Johann Auer“ in Rosenheim zu Gast und lädt zu einer gemütlichen bayerischen Faschingsgaudi mit lustigen Wirtshausliedern und Couplets, erotischen Tanzliedern und Gesängen des Rosenheimer Originals Michl Kaempfel um 1900 ein.
Weitere Infos gibt es beim Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern in Bruckmühl unter der Telefonnummer 08062/5164 oder per Mail an volksmusikarchiv@ bezirk-oberbayern.de.