Rosenheim – Mit „Waterloo“ begann die Weltkarriere der schwedischen Popgruppe Abba beim Grand Prix d‘ Eurovision in Brighton und mit „Waterloo“ begann auch das Konzert von „The Tribute Show – Abba today“ im nicht ausverkauften Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum. Eine „Zeitreise in die 70er- und 80er-Jahre“ versprachen die Musiker, das Publikum bestand aber nicht nur aus Menschen, die damals jung waren, sondern auch aus solchen, die heute jung sind. Von Anfang an animierten die Sänger ihre Zuhörer zum Händeheben, Zeigefingerstrecken und Mitklatschen.
Auf Mitklatsch-Tempo getrimmte Songs
Die bekannten Abba-Songs beschleunigte die Truppe etwas und trimmte sie so auf Mitklatsch-Tempo. Dass die Musiker ihr Handwerk verstanden, zeigte sich auch darin, dass der Gitarrist den Abba-Song „Mamma mia“ mit einem Gitarrenriff von „Deep Purple“ unterlegte. Am meisten musikalische Energie ging von dem Mann am Klavier aus. Eisbachklar waren die Stimmen beiden Sängerinnen, der blonden „Agnetha“ und der dunkelhaarigen „Anni-Frid“ (die wahren Namen verriet kein Programmheft und kein Wandposter), sie sangen die Songs klar, aber insgesamt ein bisschen brav. Die Moderationen wurden als „spritzig“ angekündigt – aber ausgerechnet das zu Herzen gehende „The Winner takes it all“ hätte in der Vorabmoderation nicht veralbert werden dürfen.
Aufgekratzte Disco-Atmosphäre
Es erklangen viele Songs der Abba-Gold-CD, aber auch weniger berühmte. Viele im Publikum konnten alle Lieder textsicher und lautstark mitsingen, es herrschte irgendwann aufgekratzte Disco-Atmosphäre samt Aneinanderkuscheln junger Paare, spätestens bei „Dancing Queen“ tanzte der ganze Saal. Sie kämen im nächsten Jahr wieder, versprachen die Musiker, dann werden sie wieder mit „Waterloo“ beginnen.