Die ganze Palette der Emotionen gespielt

von Redaktion

Das Fauré Quartett begeistert im Schlosssaal von Neubeuern

Neubeuern – Das Konzert des Fauré Quartetts im Schlosssaal von Neubeuern stand, wie Cellist Konstantin Heidrich vor der Zugabe erfreut verkündete, ganz im Zeichen von Jubiläen: 50 Jahre Schlosskonzerte Neubeuern, 25 Jahre Fauré Quartett und 175. Geburtstag des französischen Komponisten Gabriel Fauré, dem Namensgeber des Ensembles. Noch dazu, so der Cellist, sei das Fauré Quartett seit seiner Gründung in Neubeuern am häufigsten aufgetreten: „Wir kommen immer gerne.“

Überragende
Klangkultur

Mit fünf Stücken aus den Etudes tableux, opus 33 & 39, von Sergej Rachmaninow zeigten Erika Geldsetzer (Violine), Sascha Frömbling (Viola), Konstantin Heidrich (Cello) und Pianist Dirk Mommertz, der die Stücke für Klavierquartett bearbeitet hat, gleich zu Beginn eine überragende Klangkultur, technische Perfektion und spielerische Brillanz.

Im abrupt endenden Bild „Rotkäppchen und der Wolf“ schufen harte Rhythmen und Pizzicati der Streicher eine bedrohliche Atmosphäre, in „Das Meer und die Möwen“ konnte sich der Zuhörer das vom Klavier eingeführte und von sanften Streichern begleitete ruhige Wogen plastisch vorstellen. Lebhaft und turbulent ertönte „Der Jahrmarkt“, düstere Klavierakkorde und zitternde Klangeffekte der Streicher prägten den „Trauermarsch“. Das letzte Stück mit dem Titel „Marsch“ wies überraschend hektisch-nervöse Passagen auf, die in einem kraftvollen Schluss kulminierten. Das Es-Dur Klavierquartett opus 47 von Robert Schumann gehört zu den Höhepunkten der Kammermusik. Nach der behutsam tastenden Einleitung des ersten Satzes eröffnete das Klavier mit kräftigen Akkordschlägen das Allegro ma non troppo, worauf Cello und Klavier in dialogischem Wechsel einen berückenden Klangzauber entwickelten. Mitreißend waren die vielfältigen harmonischen Variationen, die das Fauré Quartett rasant in Töne setzte. Seine ungeheure musikalische Dynamik und die perfekte Abstimmung der Instrumente aufeinander begeisterten die Hörer.

Dahinfließender
melodischer Dialog

Nach den beständig auf- und ablaufenden Achteln aller Instrumente im Scherzo entspann sich im Andante cantabile ein ruhig dahinfließender melodischer Dialog zwischen Cello und Klavier, der von Bratsche und Violine zu wiegenden Rhythmen und zarten Pizzicati fortgeführt wurde.

Im funkensprühenden Finale, das von den Hörern umjubelt wurde, demonstrierte das Fauré Quartett noch einmal seinen bezwingenden Ausdrucksreichtum. Ein Werk des Namensgebers durfte nicht fehlen: Faurés c-Moll Klavierquartett opus 15, ein Werk zwischen Romantik und Impressionismus, wirkte im ersten Satz dramatisch und schwelgerisch, im Adagio hingegen fast meditativ. Das abschließende Allegro molto steigerte das Quartett zu einem emphatisch interpretierten, strahlenden Finale. Für den stürmischen Beifall bedankten sich die Musiker mit einer virtuosen Fassung von Mussorgskys „Ballett der Küchlein“ aus den Bildern einer Ausstellung. fü

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