Die Sternsingeraktion der jugendlichen Ministranten in den Pfarreien wird uns heuer abgehen: Keine kleinen Heiligen Drei Könige mit dem Sternträger in bunten Gewändern sind auf den Straßen unterwegs und ziehen vor die Haustüren! Das große Engagement des seit den 1950er-Jahren in den Pfarreien neu aufgegriffenen Sternsingerbrauches als große Sammelaktion der Kinder und Jugendlichen in unseren Pfarreien für Kinder und Jugendliche in anderen Teilen der Welt darf wegen der Corona-Einschränkungen heuer nicht vor den Türen der Häuser stattfinden.
Jede Pfarrei
geht eigene Wege
Die Organisatoren in den Pfarreien suchen nach Möglichkeiten, sowohl den Haussegen, die Anschrift „20 + C + M + B + 21“ und die Bitte um Spenden für Projekte mit und für Kinder in ärmeren Ländern trotzdem „nahe“ zu bringen. Jede Pfarrei geht hier eigene Wege. Schauen Sie also bitte in Ihre Briefkästen oder halten Sie anderweitig Augen und Ohren offen für das gerade in dieser Zeit so wichtige Engagement der jungen Leute in unserer Nachbarschaft.
Der Träger der deutschlandweiten Aktion „Die Sternsinger“, das Kindermissionswerk, hat die Zeit für die Sammelaktionen über den Dreikönigstag (6. Januar) hinaus bis zum 2. Februar verlängert. An diesem Tag, dem Tag der überlieferten Lichtmessbräuche, endet traditionell die Weihnachtszeit. Auch für die Sternsingergruppen der Erwachsenen, die in einigen Orten unterwegs sind, gelten die Hygiene- und Abstandsregeln der Corona-Zeit.
Seit rund 500 Jahren sind diese umherziehenden erwachsenen Sternsinger in alten Akten belegt. Oft waren es auch, wie in Otterfing, die Honoratioren, die für ärmere Leute sammelten und prächtige Lieder sangen.
Gerade auch heuer ist es wichtig, dass diese Gruppen mit ihren teilweise umfangreichen Sternsingerliedern und Segenstexten nach Möglichkeiten suchen, die Verkündigung des Evangeliums von den „Weisen aus dem Morgenland“, von den kenntnisreichen und schriftkundigen „Sterndeutern“ aus fernen Ländern, zu den Menschen zu bringen. Das kann bei Haussegnungen im engeren Familienkreis geschehen oder bei kleinen Andachten unter freiem Himmel.
Texte dafür gibt es in den Kirchen – wer passende Lieder zum Selbersingen haben möchte, schreibt an Ernst Schusser, Friedrich-Jahn-Straße 3 in 83052 Bruckmühl (Fax 08062/7767505, E-Mail: ernst. schusser@heimatpfleger.bayern). Von der Volksmusikpflege des Landkreises Rosenheim erhalten Sie kostenlos ein „Liederpackerl“ mit gut singbaren Sternsingerliedern und Dreikönigsszenen.
In Bruckmühl sind derzeit kurze Andachten im Freien geplant, bei denen auch das Kapitel „Die Huldigung der Sterndeuter“ aus dem Evangelium des Matthäus vorgelesen wird, das dieser wohl um das Jahr 80 nach Christus nach Erzählungen und Überlieferungen aus dem Kreis der Apostel aufgeschrieben hat. Matthäus bringt als einziger der vier Evangelisten die Geschichte der „Sterndeuter aus dem Osten“, die einem besonderen Stern nachreisen, der nach ihrer Auslegung die Geburt eines Königs verkündet.
Zu Königen wurden sie erst später
Zu „drei Königen“ wurden sie erst viel später, abgeleitet wohl aus den Geschenken, die Matthäus benennt: „Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben.“
Freunde vom Förderverein für das Volksmusikarchiv singen bei den Kurzandachten Sternsingerlieder, so auch das hier abgedruckte. Hoffen wir, dass die CoronaLage diese Andachten unter freiem Himmel erlaubt. Die Termine und Orte werden in der Zeitung rechtzeitig angekündigt.