Kultur kehrt ins Ballhaus zurück

von Redaktion

Im Rosenheimer Veranstaltungssaal werden gerade 20 Konzerte aufgezeichnet

Rosenheim – Seit vergangener Woche gibt es wieder Konzerte im Ballhaus Rosenheim. Bis 23. März stehen insgesamt 20 Bands auf der Bühne im Stucksaal des historischen Hauses – allerdings ohne Publikum. Unter dem Motto „Süd-Sound – Konzert Dahoam“ kommen dabei nicht nur Künstler und Musiker aus dem Lockdown, es wirken auch zahlreiche von den Kontaktbeschränkungen betroffene Licht-, Ton- und Bühnentechniker mit. Insgesamt werden über zehn Tage mehr als 100 Mitwirkende Konzerte und Auftritte inszenieren, die demnächst als kostenlose Livestreams und im TV-Programm des rfo Regional Fernsehen Oberbayern ausgestrahlt werden.

Große Resonanz auf Weihnachtsauftritte

„Wir hatten ja schon mal eine erste Aufzeichnung von Weihnachtskonzerten“, erzählt Veranstalterin Alexandra Birklein vom Ballhaus. Gab es Reaktionen auf diese „Weihnachtskonzerte dahoam“? Die seien gut angekommen, sagt Alexandra Birklein, es gab circa 70 000 Zugriffe. „Und da ist uns die Idee gekommen, dass wir das öfters machen müssen.“ Wer ist „wir?“ Es sind Alexandra Birklein vom Ballhaus, Norbert Haimerl vom Regional Fernsehen und Matthias Hof von „Tonwerk“. „Machen wir ein paar Konzerte“, plante Alexandra Birklein anfangs, „weil wir alle keine Arbeit hatten. Dann ist alles größer und größer geworden und auf einmal waren es 20 Konzerte.“

Bei der Auswahl der Künstler gab’s ein paar Vorgaben: Sie müssen hier beheimatet sein und es sollten keine Cover-Bands sein, sondern Gruppen, die eigene Musik spielen. Jede Band spielt eine Dreiviertelstunde, danach gibt’s noch eine Viertelstunde Interview mit den Künstlern.

Am Mittwochnachmittag war gerade Manuel Winböck von „Monobono Son“ dran, der über die „most sexiest Instruments“ (Flöte oder Posaune?) philosophierte und seine Sehnsucht schilderte, endlich wieder mal auf Tournee gehen oder in Clubs spielen zu können, der sich aber dreinschickt, „wia’s grad is“.

Alexandra Birklein ist es anzumerken, wie sie sich freut auf die künstlerische Arbeit: „Es ist auch für uns schön, weil wir wieder einmal live mit Bands arbeiten dürfen. Das ist uns abgegangen. Schön ist der Zusammenhalt der Künstler, die sich riesig freuen, kommen zu dürfen.“ Sie lobt auch das Rosenheimer Ordnungsamt, das das ausführliche Hygienekonzept genehmigt hatte. Jeder Mitwirkende wird jeden Tag im Testzentrum in den Räumen des Tanzstudios im Keller getestet.

Dabei sind Lokalmatadore wie Django 3000 oder Werner Schmidbauer, aber auch bayerische Ikonen der Szene wie PamPamIda, Konstantin Wecker oder Maria Moling von Ganes. Die Gitarristen Sigi Schwab und Nick Woodland feiern im Ballhaus ihren 80. und 70. Geburtstag nach. Außerdem gibt es Neues zu hören von Quadro Nuevo und D`Bavaresi alias Mathias Kellner, Sebastian Horn und Otto Schellinger sowie ein paar Überraschungen.

Musiker können neue Projekte vorstellen

Die Kulturschaffenden erhalten nicht nur eine Auftrittsmöglichkeit und einen Zugang zu einem deutlich erweiterten Publikumskreis, die Bands dürfen die Aufzeichnungen verwerten für ihr eigenes Marketing. Damit können die Künstler in Zeiten des Lockdowns neue Projekte, neue Ideen und neue CDs vorstellen.

Möglich macht das eine Initiative des Lions-Hilfswerks Rosenheim dank einer großzügigen Unterstützung des Kulturfonds Bayern und der „meine Volksbank Raiffeisenbank“. Dadurch können die Mitwirkenden ganz offiziell bezahlt werden. Die Termine für Streaming und Ausstrahlung im Regional Fernsehen werden nach dem Abschluss der Aufzeichnungen bekanntgegeben.

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