Rosenheim – Herbert Nauderer gehört zu den renommiertesten zeitgenössischen Künstlern Deutschlands. Mit seinen Arbeiten wie „Mausmannsland“ oder „Parasite Island“ setzt er sich vor allem mit den Abgründen der menschlichen Psyche auseinander.
Erfundene Biografie
im Mittelpunkt
Die Ausstellung in der Städtischen Galerie, die voraussichtlich bis Sommer 2021 zu sehen ist, präsentiert seinen aktuellen Zyklus „Das Haus des Erfinders“. Darin entwirft Nauderer mit Bezug zu Ereignissen der deutschen Geschichte, aktuellen Geschehnissen, Traumata und Verschwörungstheorien, die private, fiktionalisierte und verrätselte Biografie des „Erfinders.
Ein imaginärer Parallel-Kosmos, bestehend aus Zeichnungen, Fotomontagen, historischen Dokumenten, Diaprojektionen und Videoarbeiten erzählt sukzessive von der Lebensgeschichte des „Erfinders“. Je näher der Betrachter diesem „Erfinder“ jedoch kommt, umso mehr entzieht er sich einer eindeutigen Erklärung und wirft die Betrachter auf sich selbst zurück: Wo findet der Mensch in der heutigen Zeit Orientierung? Ist die Wissenschaft dabei eine Hilfe oder vielmehr eine Bedrohung? Ist der „Erfinder“ ein Schöpfer im religiösen Sinn? Ein Künstler? Oder steht er für eine dunkle, unverständliche Macht, die uns bedroht?
Es sind Fragen, die in der verunsicherten Pandemie-Gesellschaft oft polemisch diskutiert und in der Städtischen Galerie nun tiefgründig und offen thematisiert werden.
Im Außenbereich der Galerie konfrontiert Gastkünstler Patrik Graf parallel zur Ausstellung mit seiner Installation „kuschelweich und superzahm“ Besucher und Passanten mit den eigenen Sehgewohnheiten.