Bad Aibling – Bis zum Jahr 2002 war Martin Rosenthal als Maler tätig, dann begann er, erste Video-Installationen zu gestalten. Mittlerweile sind zahlreiche filmische Projekte mit immer neuen Themen und neuem Gedankengut entstanden.
Inspiriert von
Giordona Bruno
Die Inhalte seiner Arbeiten sind philosophischer Natur, so wie zum Beispiel der Kurzfilm „Mona Dea“, der zur Vernissage seiner aktuellen Ausstellung beim Kunstverein Bad Aibling gezeigt wurde. Hier reflektiert Rosenthal Giordano Brunos Gedanken über die Monade, den Begriff von Einzigkeit und Unteilbarkeit. Für jeden Öffnungstag der Galerie gibt es eine Kombination aus drei Filmen, die in Endlosschleife laufen. Der vorliegenden Besprechung liegen die drei Werke „Rabenwelt“, „Loisachtal“ und „Mitte März“ zugrunde.
Immer bestehen die Videos aus virtuell gestalteten Elementen, die von Rosenthal auf dem Computer generiert werden und aus einem unterlegten Text, vom Künstler selber verfasst und gesprochen. Auch Filmaufnahmen aus der realen Welt begleiten das filmische Opus. Wiederkehrende Themen sind der Ursprung allen Seins oder eine denkbare Parallelwelt zu der uns bekannten.
Im Film „Rabenwelt“ wird der Rabe im Baum des Gartens in einer Ode angesungen, die immer in die Bitte mündet: „Großer Vogel bleib bei mir…. bring mir auf meine alten Tage einmal noch das Glück zurück“. Der Betrachter erlebt in Wort und Bild das Geschick des Vogels, das Kennenlernen einer schönen Rabenfrau, Nestbau, Ausbrüten der Eier, ein neues Leben nährt die Hoffnung. Aber die Schwärze der Raben und damit das Dunkle generell wird immer wieder thematisiert. „Schwarz und mächtig, schicksalsträchtig sind die Omen.“ Die Farbe Schwarz zieht sich bildlich durch den gesamten Film, dargestellt in schwarzen Schleiern, die hellfarbig beginnen und immer schwärzer werden. Schließlich lösen sie sich in kleinste farbige Elemente auf.
In dem Film „Loisachtal“ wird ein Spiel mit den Möglichkeiten betrieben. „Die Möglichkeit allein ist immer auch zu zwein.“ Rosenthal philosophiert über die Möglichkeit des Seins, während die Kamera die Landschaft, Straßen und Ortschaften des Loisachtals durchfährt. Gleichzeitig vernimmt der Zuhörer durch Rosenthals Stimme, dass die Welt der virtuellen Möglichkeiten ein eigener Kontinent sei. Wieder wird die reale Welt mit imaginären Symbolen, in diesem Falle mit digital geschaffenen Quallen, die die Wissenschaft auch „Medusen“ nennt, überhöht. Durchsichtig und langsam gleiten sie durchs Bild.
Leere Biertische und
grüne Frühjahrshügel
Der Film „Mitte März“ zeigt grüne Frühjahrshügel, noch leere Biertische und über alledem grüne, sich biegende Kunsthalme, die letztendlich das gesamte reale Bild zudecken und nur noch die künstliche Welt zeigen. Die von Rosenthal erzeugten Bilder sind ästhetisch, seine begleitenden Worte tiefsinnig und wert, ihrem Sinn nachzuspüren.