Schechen – Aufmerksame Nachbarn und die Berichterstattung der OVB-Heimatzeitungen sorgen im September dafür, dass eine illegale Querdenker-Schule in Schechener Ortsteil Deutelhausen auffliegt.
Auf einem alten Bauernhof werden etwa 50 Kinder von der ersten bis zur neunten Klasse unterrichtet. Leiterin der Schule ist eine verbeamtete und krankgeschriebene Lehrerin aus Glonn, Trägerin angeblich eine russische Stiftung. Weswegen Schulleiterin Veronika G. die Schule auch als „russisches Hoheitsgebiet“ bezeichnet.
Was die Regierung von Oberbayern nur mäßig beeindruckt: Sie untersagt den Unterricht und die Nutzung des Bauernhofes als Schulgebäude. Mit jedem weiteren Unterrichtstag werde ein Bußgeld von 25000 Euro fällig. Der Hofbesitzer muss 5000 Euro zahlen, die Schule 20000 Euro. Angesichts dieser Summen ist abrupt Schulschluss in Deutelhausen.
Eine Genehmigung für die Schule haben weder Veronika G. noch die Stiftung jemals beantragt. Die ist aus Sicht der Regierung von Oberbayern auch nicht möglich. Denn die gefundenen Unterlagen, darunter eine Info-Broschüre, weisen auf rechtsextreme und reichsbürgerliche Tendenzen hin.
Die Landesanwaltschaft beginnt noch im Herbst das Verfahren gegen Veronika G.: Sie soll ihren Beamtenstatus und die Pensionsansprüche verlieren.
Ende des Jahres machen Gerüchte die Runde, dass die Schule – eventuell auch als Lerngruppe – nach wie vor aktiv ist. Belege gibt es nicht. Wenn der „Unterricht“ in Form von Videokonferenz geschieht, lassen sich solche Aktivitäten nur schwer nachweisen, zumal Lerngruppen auch nicht verboten sind. Sylvia Hampel