Neubeuern/Prien – Edward Elgars Serenade in e-Moll, Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert in G-Dur und seine 40. Sinfonie in g-Moll stehen auf dem Programm des Chiemgau Orchesters (CHO). Am Samstag, 14. Mai, ab 19.30 Uhr wird beim Frühjahrskonzert des CHO im Priener König-Ludwig-Saal unter Leitung von Matthias Linke als Solist Christoph Declara am Flügel auftreten. Declara, 2010 ausgezeichnet mit dem Kulturförderpreis des Landkreises Rosenheim und im In- und Ausland als Pianist und Dozent tätig, gibt quasi ein Heimspiel. Mit Mozarts Klavierkonzert verbindet ihn so einiges, wie er den OVB-Heimatzeitungen in einem Interview verriet.
Mozarts Klavierkonzert KV 453 in G-Dur gilt laut E.T.A. Hoffmann als das erste romantische Klavierkonzert, weil es an manchen Stellen bereits auf Schubert vorausweise. Sehen Sie das auch so? Oder halten Sie es da mit Mozart selbst, der seinem Vater schrieb, dass dieses Klavierkonzert ein Konzert sei, „welches schwitzen macht“?
Mozarts Klavierkonzert in G-Dur sehe ich in der Wiener Klassik verortet. Mozart denkt und komponiert kantabel, da schwingt Oper mit. Da möchte ich nicht ins Romantisieren verfallen und zu viel an romantischen Emotionen – wie man das aus der Literatur oder von den echten romantischen Komponisten wie Mahler oder Brahms kennt – beigeben. Bei Mozart zeigt sich ähnlich wie bei Schubert das Liedhafte, der Reichtum an Melodien. Aber, und das ist der Unterschied beispielsweise zu Beethoven: Man hat vergleichsweise wenige Noten zu spielen, aus denen man dann aber umso mehr herausholen muss. Insofern „macht es eher schwitzen“.
Wie stellen Sie fest, ob ein Stück zu Ihnen spricht? Das Frühjahrskonzert ist ja eine Ode an den Frühling.
Manche Stücke berühren, treffen und begeistern sofort, andere erscheinen auf den ersten Blick sperrig. Aber auch diese haben immer einen ansprechenden Aspekt, den es herauszuarbeiten gilt. Und genau das ist ja das Reizvolle. Das Programm haben wir – Dirigent Matthias Linke, Orchestersprecherin Christine Böhm und ich – gemeinsam entwickelt.
Eigentlich wollten wir es schon vor zwei Jahren aufführen, aber die Pandemie hat eine Aufführung bislang verhindert.
Nach knapp zwei Jahren ohne Bühnenauftritt geht es wieder mit Live-Konzerten vor Publikum los. Wie wichtig ist Ihnen die Kommunikation mit dem Publikum?
Für den künstlerischen Teil meines Berufs war Corona eine schmerzhafte Zeit, existenzielle Ängste hatte ich – anders als viele meiner geschätzten Kolleginnen und Kollegen – glücklicherweise kaum, denn ich durfte ja weiterhin meine akademische Lehrtätigkeit (online) ausüben. Während des Lockdowns habe ich Aufnahmen gemacht und an Freunde verschickt.
Denn es ist mir ein Bedürfnis, Musik zu teilen. Und nun wieder vor Publikum live zu spielen, bereitet mir große Freude.
Sie sind gebürtiger Neubeurer, wohnen auch noch hier. Gleichwohl sind Sie beruflich viel unterwegs, treten viel auf, unterrichten am Mozarteum in Salzburg und geben weltweit Meisterkurse. Nun wieder ein Auftritt in Prien. Was bedeutet Ihnen das?
Jeder Konzertabend ist eine einmalige Erfahrung. Mein Wunsch wäre, dass auch das Publikum nicht so sehr auf den Lebenslauf der Künstlerin oder des Künstlers schaut, sich also nicht davon beeinflussen lässt.
Es kann immer magische Momente geben, egal wo man vorher bereits aufgetreten ist. Ich freue mich auf jedes Konzert, ob es weit weg von zu Hause stattfindet oder vor der eigenen Haustür.
Interview: Elisabeth Kirchner