Was man von listigen Hirnforschern lernen kann

von Redaktion

„Hirn to Go“ präsentiert in allzu leichten Häppchen Neurowissenschaft

„Wissenschaftler haben herausgefunden, dass…“ oder: „Neueste Studien belegen…“ und auch gerne ganz kurz: „Forscher empfehlen…“ – das sind so die Sätze, mit denen wir beim unkritischen Lesen unserem Hirn signalisieren: „Mund auf, runter schlucken, schmeckt!“ Vorausgesetzt, wir sind mit diesem unseren Körperteil so auf Du und Du, dass es uns aufs Wort gehorcht. Die Autorin des flotten kleinen Buches ist jedenfalls mit uns auf Du, und diese gängigen Signalsätze nutzt sie auch gerne. Was uns die junge Autorin (Master in Cognitive Neuroscience of Language) dann „To Go“ an leckeren Häppchen Neurowissenschaft anbietet, das nennt der Verlag „leicht verständlich und unterhaltsam“. Einfach runter schlucken würde ich trotzdem nicht empfehlen, ist halt doch gedankliches „Fast Food“ und schmeckt jedem, dem das Gewürz Skepsis unbekannt ist. Aus dem Inhalt: Warum es so viel leichter ist, schlecht drauf als gut gelaunt zu sein – Warum Gehirne besser sind als Computer – Wieso der erste Eindruck wirklich zählt – Wie uns reine Gedankenkraft ans Ziel bringt – Warum wir lachen und weshalb wir viel mehr lachen sollten – Nörgeln macht unglücklich, wieso tun wir es dann ständig? Genörgelt wird hier gerade nicht, damit das klar ist. Mir ist da schon eher zum Lachen. Darum auch meine Nutzempfehlung für das Buch: als Smalltalk-Futter einsetzen bei der nächsten Party (Warum Einsamkeit tödlich ist). Die Verlagsempfehlung heißt schließlich „leicht verständlich und unterhaltsam“. Klaus Bovers

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