Programm

„Wer gräbt den Bestatter ein?“

von Redaktion

Neuer Film der Schmidbauer-Geschwister beim Open-Air-Kino in Bruckmühl

Bruckmühl – Ab heute bis Samstag, 25. Juni, findet in Bruckmühl das Open-Air-Kino des Stadtmarketings statt. Den Auftakt macht der Film „Kaiserschmarrndrama“ aus der beliebten Eberhofer-Krimi-Reihe. Ein besonderes Zuckerl wartet am Freitag, 24. Juni, mit einem Preview. Noch vor dem regulären Kinostart läuft in Bruckmühl „Wer gräbt den Bestatter ein?“. Die Regisseure Andreas und Tanja Schmidbauer knüpfen mit der schwarzen Komödie an ihre Filme „Hinterdupfing“ und „Ausgetreten“ an. Mit der Frage „Wer gräbt den Bestatter ein?“ sehen sich Gärtner Gert, Müllfahrerin Rudi und Klempner Pat konfrontiert, als Schafkopf-Kumpel und Bestatter Bartl verstirbt und neben einem Berg von Schulden nur seine Schülerpraktikantin Marina zurücklässt.

Andreas und Tanja Schmidbauer, wie sind Sie auf die Idee zu diesem Film gekommen?

Das war tatsächlich die titelgebende Frage „Wer bestattet eigentlich einen Bestatter, wenn dieser verstirbt?“. Wir haben uns mit den Co-Autoren Thomas Schmidbauer und Michael Probst über Berufsgruppen unterhalten, die in Filmen unterrepräsentiert sind und dann daraus unsere Geschichte geflochten.

Wo und wie lange haben Sie gedreht?

Wir drehten zwei volle Monate im September und Oktober 2021. Wir haben in Teilen in unserer Heimat im Chiemgau gedreht, aber auch vermehrt außerhalb. Große Teile des Filmes sind in der Gegend um Velden an der Vils (Niederbayern) entstanden und in Mörnsheim (Oberbayern). Ein Teil entstand auch in Münnerstadt in Unterfranken, da sich dort an einer Bestatterschule der einzige Übungsfriedhof in Deutschland befindet. Für uns war es undenkbar, auf einem gewöhnlichen Friedhof zu drehen. Den Respekt muss man schon haben, wenn man innerhalb einer Komödie über den würdevollen Umgang mit dem Tod beziehungsweise mit Toten erzählen will.

Jenseits der Pietät: Was hat Sie an die anderen Drehorte geführt?

Für diesen Film war die Heimat vor der Haustür tatsächlich zu idyllisch. Wir haben uns vom Bilderbuchpanorama des Heimatfilms lösen wollen und mussten daher reisen. Aber Heimat bleibt für uns einfach die Chiemsee-Region – der See, die Berge vor der Haustür. Damit sind wir einfach immer verbunden. Es zieht uns zurück, egal, wo wir gerade leben, wohnen oder arbeiten.

Mit wem haben Sie den Film produziert?

Das Buch und die Idee zu „Wer gräbt den Bestatter ein?“ entstand gemeinsam mit Freunden, mit denen wir schon seit der Kindheit Filme drehen. Für die Umsetzung fanden wir uns mit vielen Nachwuchsfilmemachern zusammen, die wir während des Studiums an den Filmhochschulen in Stuttgart (Andreas) und München (Tanja) kennengelernt haben und mit denen wir in den vergangenen Jahren einige Kurzfilme gedreht haben. Film ist Teamarbeit. Es ist unglaublich wichtig, dass Zusammenhalt und Freude auch am Set da sind.

„Hinterdupfing“ erreichte über 50000 Kinobesucher. Ist das auch die Vorgabe für den aktuellen Film?

Zwischen „Hinterdupfing“ und „Wer gräbt den Bestatter ein?“ liegt „Austreten“ von 2017, mit immerhin auch 29000 Besuchern im Kino. Dennoch ist er irgendwie untergegangen und in Vergessenheit geraten. „Hinterdupfing“ ist inzwischen so lange her, dass wir uns selbst damit nicht mehr vergleichen oder messen. Technisch muss der Film jetzt deutlich besser sein als damals. Das Hauptaugenmerk sollte aber immer sein, dass die Geschichte Anklang beim Publikum findet.

Die Zahlen von 2014, 2017 und 2022 lassen sich schwer miteinander vergleichen, weil sich auch in der Kinolandschaft viel verändert hat, und die Filme völlig unterschiedlich entstanden sind. Aber wenn wir nach weiteren acht Jahren immer noch auf „Hinterdupfing“ und „Wer gräbt den Bestatter ein?“ angesprochen werden, dann können wir schon sehr zufrieden sein.

Was sind die Unterschiede zwischen den beiden Filmen und was die Gemeinsamkeiten?

„Hinterdupfing“ ist komplett im Freundeskreis entstanden ohne Budget. „Wer gräbt den Bestatter ein?“ haben wir in einem jungen Team professionell produziert. „Hinterdupfing“ ist eher eine klassische Komödie in Mundart. Der Humor von „Wer gräbt den Bestatter ein?“ wirkt anders als man es von aktuellen bayerischen Komödien gewöhnt ist. Ein über die gesamte Filmlänge anhaltendes Lächeln in den Gesichtern des Publikums steht im Vordergrund und nicht maximal laute, sporadische Lacher.

Mundartfilme und -serien sind gerade in Mode. Wo sehen Sie den besonderen Charme?

Wir haben ja mit Mundartfilmen begonnen zu einer Zeit, als diese noch nicht so etabliert waren. Für uns geht es um Authentizität. Wenn der Film in einer bestimmten Region spielt, sollte dort auch so gesprochen werden, wie es realistisch ist. Gerade produzieren wir einen historischen Kurzfilm in Schwäbisch. Es muss also nicht immer Bayerisch sein.

Open-Air-Kino in Bruckmühl

22. Juni: „Kaiserschmarrndrama“; Heimatkrimi-Filmreihe nach den Romanen von Rita Falk.

23. Juni: „Eingeschlossene Gesellschaft“; Satire von Sönke Wortmann.

24. Juni: „Wer gräbt den Bestatter ein?“; Preview mit Regisseurbesuch.

25. Juni: „Beckenrand Sheriff“: Komödie von Marcus H. Rosenmüller.

Kartenbestellung unter open-air-kino@bruckmuehl.de. Bei Schlechtwetter gibt es Ersatztermine.

Artikel 7 von 11