Hohenaschau – Wohl keine Ausstellung des Kunst- und Kulturvereins zu Hohenaschau sorgte für so viel Diskussionsstoff unter den Besuchern wie die aktuelle von Mike Strauch. Schon die Einladungskarten waren ziemlich irritierend. Da war ein weißer Hausblock wie eine Box zu sehen, umgeben von Bäumen. Es gab keinerlei Verbindung zwischen dem fensterlosen Steinquader und anscheinend wildwuchernden Pflanzen.
Dazu muss man wissen, dass Mike Strauch abwechselnd in der romantischen Landschaft von Mecklenburg und in der Großstadt Berlin lebt und arbeitet. Ein Spannungsfeld, wie es größer nicht sein könnte.
Dies macht den Künstler auch in seiner Malerei zu einem Grenzgänger. Das Motiv von anonymen Häusern und wilden Landschaften wiederholt sich in der Ausstellung. Da ist neben der besagten „Box“ im Erdgeschoss das großformatige Bild „Hotel“ mit einem Hochhaus-Bau und den rechteckig zementierten Umschließungen von Sträuchern und einem Schwimmbecken. Darüber eine weiße Wolkenballung im blauen Himmel, die den Konkurrenzkampf zwischen den runden Schwingungen und den gezirkelten Einfassungen akzentuiert, wie der Laudator der Ausstellungseröffnung, Dr. Elmar Zorn, es beschrieb.
Doch es finden sich auch immer wieder reine Landschaftsbilder, die keine blühenden Landschaften zeigen, sondern verschwommen gemalte grüne Pflanzen von einer Wildheit, bei der sich der Betrachter fast wie ein Voyeur vorkommt.
Auch die Tulpenbilder im Flur des ersten Stockwerks weisen keine Farbenpracht auf, sondern eine extrem plastische Wirkung der Tulpenbecher. Abgetrennt von ihrer gewachsenen Umgebung, formieren sie Röhren, Trichter oder Schleifen.
Ganz überraschend präsentiert sich Mike Strauch im Raum eins des ersten Stocks. Hier findet der Ausstellungsbesucher zwei Bergbilder, die völlig realistisch sind. Geradezu provozierend ist das Bild „Hommage“ im Raum zwei. Da trifft ein Popart-Zeichen auf eine unscharf evozierte Baumlandschaft.
Sozusagen ein Bezug zwischen der Popart des 20. Jahrhunderts zur romantischen Landschaftserfassung des 19. Jahrhunderts.
Neben abstrakten Elementen überrascht der Künstler im Raum 3 mit den Bildern „Oststern“ und „Faltung“ voller technischer Raffinesse.
Alle 35 Bilder der Ausstellung sind mit Ölfarben auf Leinwand gemalt, doch mit den verschiedensten Motiven.
Zu sehen ist die Ausstellung im Kunst- und Kulturverein Hohenaschau bis Sonntag, 17. Juli, freitags und samstags von 16 bis 19 Uhr sowie sonntags von 10 bis 18 Uhr. gf