Weihnachtlicher Glanz mit Hirtenspiel

von Redaktion

Adventsingen im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum

Rosenheim – Weder das winterliche Wetter, noch das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft hielten die Besucher davon ab, im ausverkauften Kultur- und Kongresszentrum zum traditionellen Rosenheimer Adventsingen zu erscheinen. Mitwirkende waren der Montini-Chor, Frauen-Dreigesänge, der Männergesang und das Ensemble Hans Berger.

Freudig-verlegen begrüßte Konzertleiter Hans Berger das Publikum: „Danke, dass ihr soweit hergfahren seids.“ Geplant gewesen sei die Heilige Nacht schon im vorigen Jahr. So hätten nun aber alle genug Zeit zum Proben gehabt.

100. Todestag
von Ludwig Thoma

Anlässlich des 100. Todestages von Ludwig Thoma hat Hans Berger die berühmte bayerische Weihnachtslegende in den Ablauf seines Adventsingens eingebunden, allerdings wurden viele Lieder neu bearbeitet. „Sie erleben sozusagen eine Welturaufführung“, erklärte Berger nicht ohne Stolz.

Erbaulich war bereits das erste Stück „Jetzt kimmt de heilige Weihnachtszeit“, in dem Zither, Bläser, Harfe und Hackbrett eine festliche Atmosphäre erzeugten. Nach dem stimmschönen Frauenchor intonierten die Hörner das Lied „Voll Erbarmen“, das einen funkelnden Glanz verströmte. Text und Musik wechselten in der Herbergssuche aus der „Heiligen Nacht“ von Ludwig Thoma. Martin Urscher las die ins Gemüt gehenden Passagen warmherzig und berührend. Wohlklingender Dreigesang der Frauen in „O Joseph, es steht da in der Schrift“, das wunderbar ruhige, vom Männerchor gesungene „Im Wald is so stad“ und ein flott-melodischer Nussbaumeck-Landler mit hellen Klarinettenläufen wurden von auf die Leinwand projizierten Berg- und Wintermotiven ideal umrahmt.

Witzig und keck traten die Hirtenbuben auf, die zu der besinnlichen Musik einen mundartlich-kuriosen Kontrast bildeten. Josef und Maria hingegen wirkten da schon etwas unbeholfen und altersschwach.

Der humorige Ausruf „Du einschichtiger Aschauer“ des Hirtenbuben löste beim Publikum Heiterkeit aus. Die feschen Mädchen des Riederinger Hirtenspiels waren mit ihren herben Kommentaren ebenfalls nicht auf den Mund gefallen.

Andachtsjodler
zum Abschluss

Innig zu funkelndem Sternenhimmel sangen drei Frauen im Weihnachtssteil „Es mag ned finsta werdn“, getragen spielten die Bläser „Sehet dies Wunder“, zart und durchsichtig erklang der „Brünnstoa-Landler“. Als der ganze Chor nach dem Lied „So war uns Herr Jesus geboren“ zum Schluss den Andachtsjodler intonierte, stimmte das Publikum in die Melodie ergriffen ein. Viel Beifall gab’s nicht nur für die zahlreichen Musiker und Sänger, sondern auch für die schauspielerischen Einlagen des Riederinger Hirtenspiels.

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