Bruckmühl – „Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Juda geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen“ – So beginnt im Evangelium nach Matthäus die Geschichte, auf die sich bis heute die Bräuche der sogenannten „Heiligen Drei Könige“ beziehen. Die Texte des Matthäus-Evangeliums wurden wohl um das Jahr 80 nach Christus in griechischer Sprache vermutlich in Syrien verfasst.
Grundlage der Aufschreibung waren mündliche Erzählungen der „Erlebnisgeneration“, deren mündliches Weitererzählen durch Schüler der Apostel und hebräische Einzelaufzeichnungen. Nachdem die Sterndeuter von König Herodes erfahren hatten, dass der Messias wohl in Bethlehem zur Welt gekommen ist, heißt es bei Matthäus weiter: „… Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war, dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.“
Auf diese Geschichte aus der frühchristlichen Überlieferung beziehen sich alle Bräuche und Riten im offiziellen christlichen Glauben und im Volksglauben. Schon im 15. Jahrhundert ist in Oberbayern durch Rechnungen und Akten von Klöstern und Gemeinden der Brauch des Sternsingens vor den Häusern belegt, zum Beispiel 1441 in Kloster Baumburg (bei Altenmarkt). In ungebrochener Überlieferung ist der Singbrauch der Sternsinger meist durch Erwachsene in manchen Orten bis heute lebendig. Viele teils umfangreiche Lieder der Sternsinger sind in den Volksliedsammlungen aufgezeichnet oder heute in Gebrauch.
Zu diesen freien Sternsingern trat im Jahr 1958 die organisierte Sternsinger-Sammelaktion der katholischen Kirche, die vor allem von Ministranten, Kindern und Jugendlichen ausgeführt wird und besonders dem Sammeln von Spenden gewidmet ist.
In Bruckmühl lädt der „Förderverein Volksmusik Oberbayern“ am Montag, 2. Januar, um 19 Uhr, zu einem Informationsabend über die Geschichte des Sternsingens ein. In der Reihe „Bayerische Geschichte in Lied und Musik“ berichtet Wolfgang Killermann über 500 Jahre dieses sehr volksnahen und sozialen Verkündigungsbrauches zum Jahresbeginn. Dazu werden auch zahlreiche Sternsingerlieder und Dialoge gesungen. Der Abend findet im Büro und der Begegnungsstätte des Fördervereins (Pfarrweg 11) statt. Anmeldung wird erbeten unter Telefon 08062/8078307 oder bei der Kreisvolksmusikpflege Rosenheim (ernst. schusser@heimatpfleger. bayern).
Bei dieser Adresse können sich auch Frauen und Männer melden, die gern selber mit zum Sternsingen gehen wollen. Die zehn bis zwölf „alten“ Sternsinger des Fördervereins sind wie in den Vorjahren im Bruckmühler Ortsteil Heufeldmühle am Dienstag, 3. Januar, unterwegs und bringen ihre musikalischen Neujahrsgrüße von Haus zu Haus.
Am Freitag, 6. Januar, dem Festtag der „Heiligen Drei Könige“ laden die Sternsinger vom „Förderverein Volksmusik Oberbayern“ ab Mittag zusammen mit der Pfarrgemeinde Bruckmühl zu 10 Kurzandachten mit Sternsingerliedern an verschiedenen Plätzen in Bruckmühl ein, zum Beispiel um 12 Uhr am Pfarrweg 11 vor dem Büro des Fördervereins; um 12.30 Uhr in Sonnenwiechs bei der Metzgerei Rumpel; um 13 Uhr beim Friedhof Hinrichssegen; um 13.30 am Eichendorff-Platz (Sudetenstraße); um 14 Uhr in der Bahnhofstraße (nähe Kulturmühle); um 15.30 Uhr in der Vagener Str. 10 (Bäckerei Huber); um 16 Uhr in der Vagener Au (Hainerbachstr. 27); um 16.30 Uhr in Thalham beim Kindergarten (Anton-Bruckner-Str. 7) und zum Abschluss in der Dämmerung um 17 Uhr an der Friedrich-Jahn-Str. (Ecke Rudolf Harbig Ring). Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen. ernst schusser