Virtuose Farbigkeit und Spielfreude

von Redaktion

Acelga-Bläserquintett überzeugt mit vielfältigem Programm bei „Klassik! Bad Aibling

Bad Aibling – Seinem sympathischen Motto „Mit Herz und Humor“ wurde das Acelga-Bläserquintett mehr als gerecht. Im Rahmen der Reihe „Klassik! Bad Aibling“ präsentierten Maximilian Randlinger (Flöte), Sebastian Poyault (Oboe), Julius Kircher (Klarinette), Amanda Kleinbart (Horn) und Martynas Sadbaras (Fagott) im kleinen Kursaal ein abwechslungsreiches musikalisches Programm.

Das Acelga-Quintett begann mit Mozarts Ouvertüre zur Zauberflöte, deren einprägsame Themen zum Mitsummen animierten.

Carmen ist weltweit
beliebteste Oper

Die Zauberflöte, so erfuhr man, ist im deutschen Sprachraum immer noch die meistgespielte Oper, weltweit steht allerdings Bizets Oper Carmen an der Spitze. Die Musiker interpretierten die populäre Ouvertüre mit mitreißendem Schwung und spürbarer Spielfreude.

Melodische Farbigkeit besaßen die fünf ungarischen Tänze von Ferenc Farkas, die das Ensemble klanglich hervorragend aufeinander abgestimmt zu Gehör brachte. Im Rhythmus erinnerten die Tänze gelegentlich an Musik der Renaissance. Mal jubilierte die Flöte, mal sangen Oboe und Klarinette hell und ausdrucksvoll gleichsam im Wettstreit, dann wieder ertönten sonore Hornpassagen. Witzig mit kurzer Pause war der Schluss des letzten Satzes, nach dem das Publikum begeistert applaudierte.

Dass Alexander von Zemlinsky verarmt in Amerika starb, merkte man seinem letzten Instrumentalstück, einer Humoreske für Bläserquintett in Rondoform, nicht an. Originelle echoartige Effekte, fröhliche Horneinlagen und ein berührender Dialog zwischen Fagott und Klarinette erhielten viel Beifall.

Im spätromantischen g-Moll-Quintett von Claude Taffanel konnte das Acelga Quintett seine Spielkunst einmal mehr unter Beweis stellen. Zu Herzen ging das getragene Hornthema im Andante, klangschön waren die Flötensoli im Allegro con moto, quirlig und virtuos folgte das abschließende Vivace. Dass immer mal wieder das Licht im Saal flackerte, schien die Musiker nicht zu irritieren. Die flotten, bisweilen orientalisch anmutenden „Five easy dances“ von Denes Agay nach der Pause bildeten gleichsam den Auftakt zum musikalischen Höhepunkt des Konzertes, Dvoraks amerikanischem F-Dur-Streichquartett op. 96 in einer Bearbeitung für Bläserquintett.

Das Quintett spielte die vier Sätze mit funkensprühendem Temperament und Leidenschaft. Farbige Folkloristik und Unbeschwertheit kennzeichneten das Allegro ma non troppo, gesanglichen melancholischen Zauber verströmte das Lento, wild und tänzerisch war das Molto vivace.

„Tango Jalousie“
als Zugabe

Man gewann den Eindruck, Dvorak habe das Werk extra für Bläser geschrieben, so natürlich, so frisch und lebendig klangen die einzelnen Themen und Motive. Nach dem wirbelnden, wuchtig orchestral schließenden Finale, in dem die Instrumente sich gegenseitig virtuos zu überbieten schienen, spendete das Publikum enthusiastischen Applaus. Als Zugabe spielte das Acelga-Quintett noch von Jacob Gade den wiederum zum Mitsummen geeigneten „Tango Jalousie“.

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