Auf Benedikts Hausbankerl

von Redaktion

Günter Reichelt veröffentlicht opulent bebildertes Buch über den bayerischen Papst

Rosenheim – Die bayerischen Gebirgsschützen und Papst Benedikt XVI. – das ist eine lange Geschichte der Freundschaft. Schatzmeister Günter Reichelt aus Rosenheim hat die vielen Begegnungen in einem Buch mit rund 500 Fotos und Reiseberichten festgehalten. „Die Erinnerung bleibt – Papst Benedikt XVI. und seine Bayern“ hat er im Eigenverlag herausgegeben.

Was war Ihr Antrieb zu dem Buch?

Das war die Verbindung, die wir Gebirgsschützen über 40 Jahre mit unserem Papst hatten: Vom Erzbischof über den Kardinal und Papst bis zum emeritierten Papst. Und die persönlichen Begegnungen, die ich mit ihm haben durfte.

Was war denn das Geheimnis dieser Verbindung?

Ich glaube, es war von beiden Seiten die Liebe zur bayerischen Heimat und ihrer Schönheit. Und natürlich der christliche Glaube, der uns geprägt hat.

Joseph Ratzinger ist als Kardinal und Papst viel kritisiert worden. Haben Sie darüber mit ihm gesprochen?

Nein, das war nie Inhalt unserer Gespräche. Das wäre ganz verkehrt gewesen, wenn wir uns auf dieses Glatteis begeben hätten. Es war immer ein freundschaftliches Gespräch. Ihn hat immer wieder interessiert, was in der Heimat los ist. Auch die kleinsten Dinge wollte er wissen.

Was ist Ihre schönste Erinnerung an Benedikt?

Ich war mit meiner Frau am 6. Juli 2018 zu einer Privataudienz eingeladen. Wir konnten mit dem emeritierten Papst auf seiner Hausbank sitzen – er in der Mitte, links meine Frau und ich rechts von ihm. Uns gegenüber stand Erzbischof Gänswein, der gesagt hat: „Reden’s laut, damit er Sie versteht.“ Wir haben gesprochen über den Stadtpfarrer Georg Els, der damals mein Taufpfarrer war und mich zur Kommunion geführt hat – das war sein Primiz-Pfarrer. Und da hab ich ihm erzählt, dass der Stadtpfarrer bei uns in Traunstein nur „der Akkord-Schorschi“ genannt wurde, weil er die Messe in einer halben Stund‘ gefeiert hat. Benedikt sagte: „Ja, der Raketen-Schorschi.“ Da hatte ich das Gefühl, es hat ihn gefreut und ihm gutgetan, weil wir nicht hochgeistliche Gespräche geführt haben, sondern über Dinge aus der Heimat geplaudert haben.

Ist Ihr Buch nur für Gebirgsschützen gedacht?

Nein, ich schreib in dem Buch über die Sommerresidenz Castel Gandolfo, die Engelsburg, Benedikts Besuch in Bayern, seine Geburtstage und Namenstage im Vatikan bis hin zum Schluss über den Beerdigungsgottesdienst auf dem Petersplatz. Ich war mit der bayerischen Delegation dabei. Bei dem Requiem habe ich bedauert, dass der amtierende Papst kein Wort in der Heimatsprache seines Vorgängers gesagt hat. Dafür haben wir Bayern „Näher mein Gott zu Dir“ und die Bayernhymne gesungen. Das war wirklich eine passende Verabschiedung.

„Die Erinnerung bleibt – Papst Benedikt XVI. und seine Bayern“ von Günter Reichelt, 228 Seiten, 500 Bilder, 22,50 Euro. Erhältlich bei Günter Reichelt, Hochplattenstraße 27, 83026 Rosenheim, Telefon 08031/68855, E-Mail: reichelt.guenter@t-online.de oder in der Bahnhofsbuchhandlung Rosenheim.

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