Sehnsucht nach etwas Grünem

von Redaktion

Künstlerkreis Neubeuern stellt gemeinsam in der Galerie am Markt aus

Neubeuern – „In der ersten Gemeinschaftsausstellung in diesem Jahr sollten die anwesenden Künstler ihre Werke einmal selbst vorstellen“, so begann Siglinde Berndt dieses Mal ihre Eröffnungsrede.

„Ich habe etwas dagegen, dass man Bilder erklärt“, mit diesen Worten leitete Hans Heibl die Vorstellung seiner Bilder ein. „Mein Anspruch ist, dass ich Bilder male, die kein anderer zuvor gemalt hat“. Seine ausgestellten Aquarelle beschäftigen sich mit Wasser. Gemalt hat er seine Bilder an der Nordsee, in Schweden, an der Küste von Rügen mit dem Kreidefelsen und das vierte Bild ist eine Seenlandschaft mit etwas Grün, denn „nach der Winterzeit haben wir alle Sehnsucht nach etwas Grünem“.

Mit dem Smartphone fotografiert

Die beiden Aquarelle von Xandi Fradl stellen Neubeurer Kühe aus Holzham dar. Als sie einmal dort die Abendsonne genießen wollte, kamen die neugierigen Kälber auf sie zu. Sie zückte sofort ihr Smartphone, malte die fotografierten Kühe auf Leinwand und veränderte sie farblich, denn sie wollte kein konkretes Abbild schaffen.

Siglinde Berndt zeigte auf ihre Aktzeichnung, die sich als gerahmtes Skizzenheftchen aus zehn Zeichnungen herausstellte. „Ich habe Zeitungspapier übermalt, Heftchen genäht und darauf die Zeichnungen gemacht. Dieses Heftchen ist wie ein Überraschungsei. Man kann umblättern und hat dann eine ganz andere Zeichnung vor sich“, beschrieb Siglinde Berndt ihre Arbeitsweise. Isabella Waldheim stellte ihre drei Aktzeichnungen, die sie mit Tusche und Acryl gemalt hat, vor. Sie entstehen mit Modell, aber sie verändert sie manchmal nachträglich mit Farbe, vorzugsweise in Rot, und fügt noch andere Zeichnungen hinzu. Manfred Plonus stellt Bildausschnitte frei, kopiert auf andere Hintergründe und überlagert sie mit mehreren Bildebenen und macht aus Fotos und Bildern alter Meister eigenständige Kunstwerke.

„Es ist Computer dabei, es ist Schere dabei“, beschrieb er ganz lakonisch seine Technik. „50 Jahre alte Radierungen, die ich vor Kurzem wiedergefunden habe, habe ich neu aufgelegt“, berichtete Dorothee Henrich. Es geht dabei um Themen, die ihr sehr wichtig sind, nämlich um „Entwicklung“, bei der aus hoffnungslosem Wirrwarr eine tragfähige Brücke entstehen könnte, um das Hopi-Wort „Koyaanis Quatsi“, das bedeutet „Leben aus dem Gleichgewicht“ und um das „Labyrinth“, das kein Irrgarten ist, sondern ein jahrtausendealtes Symbol, in dem man sich nicht verliert, sondern findet.

Jutta Mayr zeichnet mit Tusche auf Papier. „Ich will den Menschen in seiner
momentanen Verfassung schnell einfangen und ich habe festgestellt, dass bei der klassischen Aktzeichnung sehr oft der Kopf fehlt. Ich finde, dass der Kopf das aussagestärkste des Menschen ist. Deswegen ist bei mir der Kopf meistens größer als der Körper“, erklärt sie ihre Herangehensweise.

„Weil ich
nicht gerne rede“

„Ich male, weil ich nicht gern rede“, meinte Bri Oppel. Sie hat für ihr Werk „Wie lang wird das noch dauern?“ auf eine Eichenholzplatte gemalt, bei der man noch die Spuren einer Kettensäge sieht. Bei der Übermalung ist diese Figur entstanden.

Außerdem sind noch Andreas Singer, Regina Marmaglio, Shauna Vogel, Paul
Jansco und Ulrike Kirchner mit ihren Werken vertreten. Die Ausstellung ist noch bis zum Sonntag, 26. März, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Freitag von 18 bis 20 Uhr, Samstag von 14 bis 19 Uhr und am Sonntag von 11 bis 19 Uhr.

Artikel 3 von 9