Neubeuern – Ganz im Zeichen ungarischer Kammermusik stand das siebte Meisterkonzert auf Schloss Neubeuern. Sarah Christian (Violine), Timothy Ridout (Viola) und Maximilian Hornung (Cello) verzauberten das Publikum mit Kompositionen von Sandór Veress, Zóltan Kódaly und Ernst von Dohnányi. Zu Beginn spielten die drei Musiker das Streichtrio in c-Moll op. 9 Nr. 3 von Ludwig van Beethoven.
Spannungsreiche
Gegensätze
Mit federnder Leichtigkeit, jugendlicher Frische und einer unglaublichen Dynamik interpretierten die Instrumentalisten den Kopfsatz des Beethoven-Trios. Zart und behutsam nach spannungsreichen Gegensätzen erklang ein zartes Seitenthema, das Christian, Ridout und Hornung mit Hingabe und Perfektion präsentierten. Ruhigen Ernst verströmte das Adagio mit seinem ausladenden Hauptthema und seinen rhythmischen Steigerungen. Etwas sperrig und unruhig war das Scherzo, das auch im C-Dur-Trio wenig heiter wirkte. Nach dem fatalistischen Finale endete das Werk versöhnlich in Dur.
Das selten aufgeführte Streichtrio von Sandór Veress, einem Schüler von Bartók, bannte das Publikum bis zum letzten Takt. Elegisch getragen begann das Andante, das rasch faszinierende Klangeffekte charakterisierten. Mal schrill und aufwühlend, dann wieder eher verhalten mit bizarren Pizzicato-Einschüben und Klopftönen, verlangte auch das Allegro molto höchste technische Perfektion. Geige, Viola und Cello spielten derart facettenreich und ausdrucksstark, dass ein vorwitziger Besucher mitten im Stück laut „Bravo“ rief.
Wunderbar warme Klangfarben und berauschende, folkloristisch gefärbte Melodik kennzeichneten das Intermezzo von Zóltan Kódaly. Das dunkle, sonore Cello, eine singende Geige und eine sanft schmeichelnde Viola schufen ein berückendes Klangerlebnis. Die drei Musiker spielten das Werk mit einer Energie und rhythmischen Kraft, die faszinierte.
Ein weiterer Hörgenuss des Abends war die Serenade in C-Dur op. 10 von Ernst von Dohnányi. Der 1. Satz ist ein nur scheinbar einfacher Marsch mit gesanglichem Trio, den die Musiker kraftvoll zum Ausdruck brachten. Nach der melodischen F-Dur-Romanze und einem leidenschaftlichen Appassionato von Violine und Cello folgte als Höhepunkt das Scherzo, dessen Virtuosität gefangen nahm.
Das Lächeln
gab den Takt vor
Kunstvoll klang der Variationensatz mit einem absteigenden Thema und zartem Vibrato. Schwelgerische Schönheit besaß das Final-Rondo, in dem das Trio noch einmal sein hohes musikalisches Niveau demonstrieren konnte. Da stimmte jeder Einsatz, da wirkte das taktgebende Lächeln der Geigerin inspirierend. Nach minutenlangem stürmischen Beifall mit lautem Füßestampfen spielten Christian, Ridout und Hornung als Zugabe noch die melodisch ruhige Aria in einer Bearbeitung für Streicher aus den Goldberg-Variationen von Bach.