Brannenburg – Die aktuelle Gemeinschaftsausstellung „Transparenzen“ in der Kunstschmiede der Neuen Künstlerkolonie Brannenburg zeigt Aquarelle von von Beate Bastigkeit und Bernhard Pichler. Deren auf den ersten Blick eher gegensätzliche Werke, im Hinblick auf die Technik als auch die Motive, verbindet letztendlich vor allem Transparenz, sei es die luftig-zarte Transparenz von Pichlers Aquarellen als auch die Transparenz der Farbschichten bei den „körperlicheren“ Werken der intuitiven Prozessmalerei Bastigkeits.
Beate Bastigkeit (Wolfratshausen) und Bernhard Pichler (Brannenburg) verbindet eine Freundschaft sowie die große Liebe zur Aquarellmalerei, die in ihren Augen die Königsdisziplin der Malerei darstellt.
Beate Bastigkeit kam über eine Freundin zur Aquarellmalerei und besuchte zahlreiche Kurse. In der Akademie Hohenaschau lernte sie schließlich Bernhard Pichler kennen. Beate Bastigkeit arbeitet seit 2012 als freischaffende Künstlerin mit eigenem Atelier in Wolfratshausen, wo sie auch Kurse gibt. Seit 2017 ist sie Mitglied in der Neuen Künstlerkolonie Brannenburg.
An ihren aktuellen Werken zeigt sie eine Vielfalt an Strukturen, deren Bestandteile sie größtenteils selbst herstellt, ebenso wie die Farben, die durch wasserlösliche Bindemittel ebenso wie Aquarellfarben fließen und auf den aufwendig angefertigten strukturellen Unterbau aufgetragen werden. Überraschungseffekte stellen zum Beispiel durch Brennen entstandene Strukturen oder in das Werk integrierte Asche sowie im Ofen getrockneter Kaffeesatz dar.
Die Motive orientieren sich dabei teilweise an der Natur, wie zum Beispiel Berg-Motive, oder an Fotografien der Erde von oben. Einige Werke sind auch der abstrakten Malerei zuzuordnen.
Bernhard Pichler, gelernter Maßschneider, kam durch eine schwere Krankheit 2006 im Rahmen einer Therapie zur Aquarellmalerei. Deren Faszination ließ ihn nicht mehr los. Die Akademie Hohenaschau ermöglichte ihm einen ernsthaften Einstieg in die Materie. Bei zahlreichen Dozenten verfeinerte er seine Technik und vertiefte seine Liebe zum Aquarellieren. Seine Motive findet er in der Natur, aber auch durch Vorlagen wie Fotografien oder Kalenderblätter. Häufig finden sich zarte Blumenbilder, Landschaften und seit einiger Zeit auch Tiermotive, wohingegen Menschen eher andeutungsweise gezeigt werden. Pichler ist seit 2012 Mitglied der Neuen Künstlerkolonie.
Claudia Pfurtscheller