Vollholz, Maultasch und Tiroler Kas

von Redaktion

57. Sänger- und Musikanten-Hoagarten des GTEV Rosenheim I Stamm im Rosenheimer Kuko

Rosenheim – Auch zum 57. Sänger- und Musikanten-Hoagarten hatte Monika Fackeldey vom GTEV Rosenheim I Stamm wieder grenzüberschreitend Volksmusikgruppen eingeladen. Sie kamen aus dem Passauer Land, aus Tirol und Salzburg. Als Moderator fungierte animierend mit kleinen Gedichten und Weisheiten Siamak Golshani vom ausrichtenden Verein.

Von diesem kam auch die „Vollholzmusi“, so genannt, weil in der Gruppe zwei Schreinermeister und fast alle auf Instrumenten aus Holz spielen – außer Katharina, die Waldhorn spielt, aber eben Schreinermeisterin ist. Das forsch gespieltes Stückl „Mit Lust und Leben“ könnte das Motto für den gesamten Abend sein. Das Horn agierte dabei als melodieführendes Instrument wie auch beim „Gamsgebirg-Marsch“, aber es fügte sich auch als rhythmusgebendes Begleitinstrument gut ein.

Eine feine Kammermusikbesetzung bildete das Duo Steindl-Landenhammer: Fabian Steindl spielt Zither und kommt aus Salzburg, Benedikt Landenhammer aus Übersee spielt Kontragitarre. Fingerfertige Virtuosität zeigte Steindl beim „Fingerhaggla-Landler“, subtile Zitherkunst in raffinierten harmonischen Wendungen im Landler „Das Veilchen vom Kochelsee“, Landenhammer gab auf seiner Kontragitarre Fundament und Rhythmus.

Im Gegensatz zu dieser ernst genommenen Volksmusik gaben sich die übrigen Gruppen eher lustig. Die „Schlüpflpartie“ aus der Innsbrucker Umgebung ließ mit flotten Tanzstückln die Beine der Zuhörer mitwippen, weich klangen Basstrompete und Flügelhorn, mitreißend die Steirische Harmonika, ganz aktiv, ob zupfend oder streichend, war Sonja Steusloff-Margreiter am Kontrabass, und zwischendurch tönte immer wieder ein markerschütternder Juchizer. Aus dieser Gruppe traten Peter Margreiter und Günther Lamböck hervor als das Duo „Maultasch und Tiroler Kas“. Sie servierten mit urkomödiantischer Lust spitzzüngige Gstanzln voller lustiger Begebenheiten, Lebensweisheiten und auch leicht schlüpfrigen Inhalts, so eins über die Mariel, die Reiter liebt und in dem ominöse drei Prozent eine humorige Rolle spielen. „Ham Sie heute schon geschnaxelt?“, fragen sie fast lebensphilosophisch die Boshaften und Verärgerten aller Welt, weil es doch es schönere Dinge gibt als sich zu ärgern.

Lieder moderne Inhalts sangen teilweise auch Gabi Schweizer und Kathrin Gruber aus Salzweg bei Passau als „Soizweger Zwoagsang“. Mit herzhaften Stimmen gesegnet, gaben sie auch eine „Bauern-Arie“ zum Besten, besangen eine niederbayrische Hero-und-Leander-Geschichte („Oba s‘ Dirndl is drenta hoi da Donau“), die aber mit Heirat gut ausgeht, philosophierten über das, was der andere hat und über moderne Vornamen: Nicht mehr Hias, Naz oder Sepp heißen jetzt die Buam aufm Dorf, sondern Elton, Brian oder Ken. Alles aber mit lebenswarmem Humor, eben mit Lust und Leben.

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