Bad Aibling – Sie sind ein überragendes Klaviertrio, das Kammermusik auf höchstem Niveau präsentiert: Elza Wong (Violine), Anne Richardson (Violoncello) und Johanna Elisabeth Bufler (Klavier). Das Publikum im kleinen Kursaal von Bad Aibling hatte das große Glück, Augen- und Ohrenzeuge eines Konzertabends zu sein, wie man ihn nur selten erlebt. Die drei Musikerinnen spielten Klaviertrios von Schubert, Dvorák und Tschaikowsky.
Schuberts Klaviertrio in B-Dur D898 stand am Anfang des Programms.
Energisch und
leidenschaftlich
Den jungen Musikerinnen gelang es mit Leichtigkeit, den klangsinnlichen Zauber dieser Komposition zu Gehör zu bringen. Energisch und leidenschaftlich begann der Kopfsatz, in dem das Klavier die triolendurchsetzte Melodie von Violine und Cello rhythmisch begleitete. Wunderbar war die Kantabilität des zweiten Themas, berückend der dialogische Wechsel zwischen Streichern und Klavier.
Zart und dahingetupft mit wiegendem Rhythmus erklang das zwischen Temperament und Heiterkeit schwankende Andante in pocco mosso, in dem die Geige ein lyrisches Thema anstimmte. Das Scherzo mit seinen Staccato-Phrasierungen verströmte unbekümmerte Fröhlichkeit. Triolen und punktierte Rhythmen kennzeichneten das Rondo, das die drei Musikerinnen mit einer großen klanglichen Balance und spielerischen Dynamik interpretierten.
Große Ausdauer und technische Perfektion verlangt das f-Moll Klaviertrio op. 65 von Antonin Dvorák. Auch in diesem Werk bewiesen Wong, Richardson und Bufler eine Meisterschaft ohnegleichen. Im Gegensatz zu Schubert dominiert bei Dvorák durchwegs ein eher düsterer Ton. Schroffe Kontraste wies das Allegro ma non troppo auf, in dem zarte Pianissimi sich zu kraftvollem Forte steigerten. Berückend anzuhören war in diesem Satz neben dramatischen Passagen und einem beständigen Schwanken zwischen Moll und Dur der weiche Gesang des Cellos.
Tänzerisch mit schroffen Moll-Wendungen erklang das Allegretto grazioso, elegisch sehnsuchtsvoll mit einem marschähnlichen Thema das Poco Adagio. Das aus zwei kontrastierenden Themen sich entwickelnde komplexe Finale spielte das Trio mit schwelgerischer Leidenschaft und Dramatik. Vom harmonischen Miteinander und der Virtuosität des Klaviertrios war das Publikum bis zum letzten Takt gebannt. Schließlich folgte nach der Pause mit Tschaikowskys a-Moll Trio op. 50 ein weiteres umfangreiches und höchst anspruchsvolles Werk. Der Komponist hat es als Requiem für einen verstorbenen Freund geschrieben. Wong, Richardson und Bufler gelang eine packende, meisterhafte Interpretation.
Klänge erinnern
an Glockenspiel
Immer wieder wird das Klagethema variiert: trauermarschartige Klavierrhythmen, russische Folkloristik und farbige Variationen verbanden sich zu einem ergreifenden Hörerlebnis. Eine Fuge mit dynamischen Steigerungen, gedämpfte Streicher und zarte, an ein Glockenspiel erinnernde Klavierklänge bezauberten das Publikum. Traurig und hoffnungslos endete das Werk in Moll. Für ihre brillante Darbietung erhielten Wong, Richardson und Bufler lang anhaltenden und enthusiastischen Applaus.