Rimsting – „Zur Ehre Gottes“ lautete das Motto der festlichen Musik in der Kirche St. Nikolaus in Rimsting. Bereits Bach, Händel und Mozart haben ihm zu Ehren ihre Partituren versehen. Mit Händels „Einzug der Königin von Saba“ aus dem Oratorium „Salomon“ bewiesen die Musiker des Kammerorchesters unter der Leitung von Konzertmeister Markus Wolf klanggewaltig, dass für den Komponisten Gott stets eine Richtschnur war.
Neben Händel standen Mozarts Konzert für Violine und Orchester in B-Dur KV 207 und drei Sätze aus seiner Haffner-Serenade Nr. 7 in D-Dur auf dem Programm. Solistin im Violinkonzert war So-Young Kim. Aufgelockert wurde das Konzert mit geistlichen Liedern und alpenländischer Volksmusik, die der Hamberger Viergesang und die Chiemseer Musikanten zu Gehör brachten. Sprecher der Texte zwischen den Musikstücken war Martin Fogt.
Das Konzert eröffnete der Hamberger Viergesang, der eigentlich ein Dreigesang war. Genoveva, Johanna und Stephan Hamberger schufen mit einem melodischen Jodler eine andachtsvoll feierliche Atmosphäre. Zart und durchsichtig erklang im Anschluss der Siciliano für Flöte und Harfe von Bach, nach der Martin Fogt den zahlreichen Besuchern sachkundig die recht unterschiedlichen Stücke erläuterte. Zwischen den musikalischen Genres gebe es keine Grenzen. „Musik“, zitierte er einen jungen Musikbegeisterten, „ist wie Beten“, sie sei eine „sprachlose Äußerung des Glaubens“. Die Herzen der Hörer berührte der Hamberger Dreigesang mit „An drei schöne Blümelein“, die Chiemseer Musikanten“ spielten frisch und flott den „Lochhäusl Landler“ und den „Rauriser Landler“. Höhepunkt des Abends war Mozarts erstes Violinkonzert, in dem So-Young Kim auf ihrer Geige jubilierende Fröhlichkeit verbreitete. Ausdrucksvoll war das Adagio, dessen melodischer Zauber ergriff. Mozart, der selbst ein hervorragender Geiger war, schrieb im Oktober 1777 in einem Brief demütig: „Ich habe Gott immer vor Augen.“
Die siebte Haffner Serenade hat Mozart für den Polterabend der Tochter des Salzburger Bürgermeisters komponiert. Die Musik, so der Wunsch des Auftraggebers, sollte zur angenehmen Verdauung der Speisen beitragen. Das Orchester spielte alle drei Sätze mit Temperament und klangsattem Schwung. Virtuose Rasanz kennzeichneten die Violinsoli von Markus Wolf, der zum Orchester in einer Art musikalischem Wettstreit stand. Zum Schluss stimmten alle in den schönen Choral „Großer Gott, wir loben dich“ ein, dessen raumfüllende Feierlichkeit ergriff. Für das abwechslungsreiche Konzert bedankten sich die Besucher bei allen Beteiligten mit lang anhaltenden, stehenden Ovationen.
Georg Füchtner