„Hintn bei da Stodltür …“

von Redaktion

Volksmusikpflege Einladungen der Kreisvolksmusikpflege Rosenheim zum Anschauen, Zuhören und Mitsingen

Ganz unterschiedliche Formen von Volksmusik können die Besucher in den nächsten Tagen erleben: die Volkstanzausstellung selber anschauen oder eine Führung mitmachen, bei einer Matinee oder einem Frühlingssingen als Zuhörer dabei sein – oder selber singen. Zu all dieser Vielfalt lädt die Kreisvolksmusikpflege Rosenheim in den nächsten drei Tagen ein. Rückfragen an ernst.schusser@heimatpfleger.bayern, 83052 Bruckmühl, Friedrich-Jahn-Str. 3, Telefon 0172/8516444 (Anrufspeicher).

Die Ausstellung „Georg von Kaufmann und die Volkstanzpflege in den 1960er- und 1970er-Jahren“ öffnet am morgigen Sonntag, 7. Mai, in Schloss Hartmannsberg bei Hemhof schon ab 10 Uhr die Pforten. Besonders die Ausstellungsstücke mit Bezug zu den Orten und Personen im Landkreis Rosenheim haben es bisher den Besuchern angetan: Da geht es zum Beispiel um den Tanzkapellenwettstreit 1966 im alten Hofbräusaal in Rosenheim, an dem einige später bekannte Volkstanzkapellen wie die Fischbachauer Tanzlmusi, die Auer Tanzlmusi oder die Flintsbacher Tanzlmusi teilgenommen hatten. In Flintsbach am Inn fand 1958 der erste „Volkstanz-Heimgarten“ auf Initiative von Wastl Fanderl statt. Die Familie Wieland hat dazu ihre wertvollen Dokumente für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. Der erste öffentliche Volkstanzkurs mit dem „Kaufmann-Schorsch“ begann im Januar 1960 in Frasdorf. Die alten Fotos und Dokumente beeindrucken die Besucher – einige erkennen sich selber darauf oder treffen zufällig Tanzfreunde aus früheren Jahren in der Ausstellung.

Um 11 Uhr gibt es eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung: zu Gast ist Annemarie Bayerl aus Trostberg. Sie erzählt über ihr Leben mit der Volksmusik und spielt mit ihrem Flötenensemble „Les Pompiers“ eigene Bearbeitungen, zum Beispiel Stücke von Sigi Ramstötter oder aus der Sammlung „100 Tanzmelodien aus Oberbayern“. Der Eintritt ist frei, die Musikanten freuen sich über Spenden.

Um 13 Uhr und um 14 Uhr an diesem Sonntag bietet der Kreisvolksmusikpfleger Ernst Schusser in kurzweiligen Führungen Einblicke in die Gestaltung der Ausstellung und einige besondere Exponate, wie zum Beispiel die farbige Liederhandschrift von Marianne von Kaufmann, die diese in den 1940er-Jahren für ihren Mann Georg (1907-1972) anlegte, als dieser in den Krieg eingezogen wurde. Auch die wunderbar vielfältigen und filigran in aufwendiger Handarbeit hergestellten „Tanzzeichen“ für die Volkstanzabende sind nähere Betrachtung wert.

Um 15 Uhr spielt in der Ausstellung auf Einladung von Bezirksvolksmusikpfleger Leonhard Meixner die „Kirnstoaner Tanzlmusi“ einige Stückl auf und lädt zum Selbertanzen ein. Die „Kirnstoaner“ mit Markus Schmid aus Kiefersfelden und die „Huber-Dirndl“ sind um 17 Uhr zu Gast beim Frühlingssingen von Kulturreferent Christoph Meier-Gehring (Karten beim i-Punkt Bad Endorf, Telefon 08053/300850). Am Montag, 8. Mai, um 19 Uhr, laden die „Montagssinger“ wieder nach Unterholzham (Markt Bruckmühl) ins Gemeinschaftshaus ein: Dort werden zur eigenen Freude Lieder vom Mai angestimmt wie „Der Mai ist gekommen“. In geselliger Runde ohne Leistungszwang und nur zur eigenen Freude singen die Besucher auch einige Lieder, die Wastl Fanderl bekannt gemacht hatte: „Hintn bei da Stodltür“ ist eines davon.

Am Dienstag, 9. Mai, geht es weiter in Hartmannsberg: Ab 18 Uhr ist die Volkstanz-Ausstellung für Besucher geöffnet und um 19 Uhr beginnt das „Singen am See“: Zwischen Schloss und See erklingen gemeinsam gesungene einfache Volkslieder. Auch ein paar Aufzeichnungen überlieferter Lieder aus Landkreisorten sind dabei. Lassen Sie sich überraschen. Ernst Schusser

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