Über Bielefelder und andere Almen

von Redaktion

Unser bairisches Wort „Alm“ leitet sich, so wird es in den einschlägigen Lexika behauptet, vom deutschen, insbesondere alemannisch-schwäbischen Begriff „Alpe“ her. Die Alp oder Alpe ist ein Ausdruck für „Bergweide“. Sie lautete mittelhochdeutsch (1050 bis 1350) albe, althochdeutsch (750 bis 1050) alba, und geht zusammen mit dem Gebirgsnamen „Alb“ – siehe Schwäbische Alb – und mit dem Namen der „Alpen“, der Mehrzahlform von Alb, auf ein vor-römisches, ja sogar vor-indogermanisches, erschlossenes Wort „alb-“ für „Berg“ und „Bergweide“ zurück.

Eher spekulativ ist die Behauptung, lateinisch „albus“ = weiß gehöre zur dieser Namenssippe, wenn man an die schneebedeckten Alpen im Winter denken möchte. Während in Schwaben, im Allgäu und in der Schweiz das alemannische Wort „Alpe“ bis heutzutage überlebt hat, entstand im Bairischen seit der frühneuhochdeutschen Zeit (1350 bis 1650) die Nebenform „Alm“, indem zum Begriff „alb“ ein n hinzugefügt wurde, das aus den gebeugten Formen (2, 3., 4. Fall) stammt. Siehe: Wies-n!

Aus diesem „alb(e)n“ wurde „albn“ und später, wegen der Vokalisierung des L in dieser lautlichen Umgebung, ein „oim“. Man vergleiche die Kalbin, die zu „Koim“ entwickelt wurde. Seinerzeit wurde gesungen: „Iwa d Oima, do gibt’s Koima“.

Aber, halt! Es gibt immer eine Ausnahme zur Regel. Denn wo liegt der höchstgelegene Bundesliga-Spielort? Genau, das ist das Stadion „Bielefelder Alm“. Aber es geht nicht etwa um dessen hohe Lage im Teutoburger Wald, sondern um etwas anderes: Das Stadion heiße deswegen „Alm“, weil man für den Aufstieg genau ein Jahr brauche – und ebenfalls ein Jahr für den Abstieg! Wer den Schaden hat, Arminia Bielefeld, …! Wieso das bairische Wort „Alm“ bis nach Bielefeld kam, ist nicht endgültig belegt.

In unserer Region ist die Alm in den Ortsnamen „Hoferalm“ aus der ehemaligen Gemeinde Au bei Bad Aibling eingewandert. In der Regel wird mit „Alm“, „Oim“, ein Areal auf einem Berg bezeichnet, das dazu dient, einem Bestandteil an Rindern und Schafen eines im Tal gelegenen Bauernhofs im Sommer als Bergweide zu dienen. Zugleich wird auch die Almhütte als „Oim“ bezeichnet. So gibt es auf und an der Farrenpoint die Walchalm, Hansenalm und Huberalm – allesamt nach den entsprechenden Hofnamen im Weiler Kutterling benannt.

Manchmal sind die Almen auch bewirtschaftet, teils mit Viehbestand, teils ohne. Wer kennt nicht die Dandlberg-Alm, die Tregler-Alm, die Wirts-Alm? Es gab aber auch eine Alm in unserer Region, die keine Buttermilch, keinen Oimkas servierte: die Raublinger Alm! Zwar im Flachland gelegen, aber ein Höhepunkt der Musik der 1970er-Jahre. Ganz ohne Jodler und Gstanzl, aber mit Beatles und Schdouns, T. Rex und CCR, und Oimrausch! armin höfer

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