Aschau – Als im Sommer 1993 die erste Ausgabe von „Festivo“ an den Start ging, hätte niemand gedacht, dass daraus eine einzigartige Erfolgsgeschichte würde. Heute strahlt das Aschauer Kammermusik-Festival längst weit über die Grenzen des Chiemgaus in die Musikwelt aus. Und weil runde Geburtstage groß gefeiert werden wollen, wird bei „Festivo“ vom 27. Juli bis zum 27. Oktober in sieben Konzerten ganz aus dem Vollen geschöpft.
Mit dem Freiburger Barockorchester wird auch diesmal Originalklang in absoluter Spitzenqualität geboten (30. Juli). In der besonderen „Consort-Formation“ spielt auch sie mit: die gefeierte Gambistin Hille Perl.
Bekannte
Countertenöre
Sonst aber wird es erstmals in der „Festivo“-Geschichte hohen Männergesang geben. Hierzu reisen mit den Freiburgern die bekannten Countertenöre Valer Sabadus und Terry Wey an.
In der Festhalle Hohenaschau geben sie Sakralmusik von Antonio Vivaldi und das „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi zum Besten. Die eigentliche „Festivo“-Eröffnung bestreitet das renommierte „Suisse Piano Trio“ aus der Schweiz (27. Juli). Mit „Festivo“-Leiter Johannes Erkes an der Bratsche sind bei Schattdecor bei Rohrdorf Klavierquartette von Mozart, Antonín Dvorák und Gustav Mahler zu erleben.
Nach längerer Pause heißt es auch wieder „Festivo Jazz“. Diesmal präsentieren der Pianist Thierry Lang und Bassist Heiri Känzig balladenhaften, melodiösen Jazz. „Ich habe sie im vorigen Jahr in Zürich gehört, das hat mir ausnehmend gut gefallen“, so Erkes. „Thierry setzt sich an einen Flügel, spielt ein paar Töne und schon geht einem das Herz auf – keine Ahnung, wie er das macht. Traumhaft schön, für die Seele.“ Mit dem Hagen Quartett gibt es zudem ein prominentes Kammer-Gastspiel. Beim großen „Festivo“-Finale am 27. Oktober interpretieren sie die Streichquartette op. 59/2 und op. 130 von Beethoven. „Dieses Gastspiel ist ein lange von mir gehegter Traum“, bekennt Erkes. „Die musikalische Reife und intensive Durchdringung: Ich fühle mich ihnen sehr nah.“ Auch eine „Oper in Taschenbuch-Format“ darf nicht fehlen. Diesmal steht eine Neuauflage von Verdis „La Traviata“ an, mit starker Neubesetzung (5. August).
Sonst aber gibt es noch ein weiteres Jubiläum, das bei „Festivo“ groß gefeiert wird: der 190. Geburtstag von Johannes Brahms. Für dieses Jubiläum werden am 16. und 29. September im Foyer von Schattdecor die Klavierquartette op. 25 und op. 60 sowie das Klavierquintett op. 34 aufgeführt.
Geburtstagsfeier
für Johannes Brahms
Das Besondere: Mit dem in Rosenheim aufgewachsenen Herbert Schuch und Dejan Lazic sind zwei unterschiedliche Pianisten zu erleben.
Genau das macht diese Brahms-Werkstatt so spannend. Noch dazu reisen mit Benjamin Schmid und Marc Bouchkov zwei führende Geiger der Klassik-Welt an. „Brahms zählt zu meinen Lieblingen, wird aber gerne völlig überladen gespielt“, so Erkes. „Wir wollen dieses Zuviel rausnehmen und einen durch die Klassik entschlackten Brahms wagen.“ Das passt zu „Festivo“: Seit 30 Jahren werden hier Hörgewohnheiten und Traditionen nicht zementiert, sondern konsequent befragt – nichts wie hin!