Antwortspiele führen zu Zerrungen der Bauchlachmuskulatur

von Redaktion

Kabarettist Harry G beschließt seine „Hoamboy“-Tournee im Festzelt in Hart

Chieming/Hart – Und wieder führt der Weg ins Festzelt nach Hart. Das Veranstalterteam samt unzähligen Helfern hat ganze Arbeit geleistet. Das gestern noch leere Zelt ist voll bestuhlt. Der vom vielen Regen in Mitleidenschaft gezogene Parkplatz ist wieder bestens aufbereitet. Kassenteams und Servicemitarbeiter sind super flink und trotz des großen Andrangs bestens aufgelegt. Auch heute herrscht wieder eine erwartungsfrohe Gute-Laune-Stimmung. Alle sind entspannt und gut aufgelegt und jeder findet einen Sitzplatz. Viele kennen Harry G aus den einschlägigen Medien.

Er ist Youtuber, Kabarettist, Komiker, Radiosprecher, Podcaster und Schauspieler und zurzeit einer der erfolgreichsten Kabarettisten der bayerisch-deutschsprachigen Szene. Mit „Hoamboy“ hat er sein drittes erfolgreiches Kabarettprogramm am Start. Wie er gegen Ende des Programms verrät, freut es Harry G besonders, dass er die Dernière im voll besetzten Bierzelt vor begeistertem Publikum spielen kann.

Freilich hat der studierte BWLer Markus Stoll a la Harry G aus der Oberpfalz viel Arbeit, Energie und vor allem Kreativität in seine Programme gesteckt. Was so locker flockig daher kommt, resultiert aus genauem Hinsehen und vor allem Hinhören.

Denn Harry G ist der Meister der Klischees und Provokationen, spricht Klartext und nimmt dabei auch in der Wortwahl kein Blatt vor den Mund. So manches zarter besaitete Gemüt dürfte da hin und wieder zusammengezuckt sein. Dabei sind seine Themen allesamt aus dem realen Leben gezogen und ausnahmslos jeder erkennt die ein oder andere Lebenslage aus eigener Erfahrung.

Da bietet sich doch gleich mal das leidige Thema Ferienbeginn und die verstopfte A8 an. Folgerichtig bekommen zunächst sämtliche nur denkbaren Autofahrerkategorien ihr Fett ab – mit Überleitung auf Wohnwagen, -mobile und Zelte, sprich das „Camping an sich“ in allen Ausprägungen. Ach, wie viel schöner wäre doch da ein gepflegtes Wellness-Wochenende – oder doch nicht? Stichwort Sauna und Etagendusche.

Apropos Reisen: Heute sind Junggesellenabschiede auf „Malle“ der Renner. Während sich die Junggesellinnen weiterhin auf die bewährte „Bauchladengaudi“ in den Fußgängerzonen beschränken (sollen), lassen die Jungs „weit auswärtig die Sau aus der Steige“. Vorzugsweise unter der daheimgebliebenenfrauenberuhigenden Aufsicht eines Alibi-Vernünftigen. Wobei das Gerücht geht, dass es so mancher Mitfeiernde nicht weiter als bis zum „Airbräu“ im Münchner Flughafen gebracht haben soll.

Und so geht es weiter – Schlag auf Schlag. Nix, aber rein gar nix verschont der Harry G. Kindergeburtstag, Familien- und Eheleben, heiteres Beruferaten, die berühmte Bayern-versus-60er-Rivalität. Die neumodernen Mütter, die ihren eigenen Vorsätzen untreu werden, nach denen sie „nie so narrische Helikoptermütter“ werden wollten wie die anderen, und jetzt den „schwersten Job der Welt“ haben. Er spielt gekonnt mit den Klischees der Sprach- und Herkunftsbarrieren. Ossis, Franken, Schwaben oder gar die Tiroler mit ihrer Vorliebe für alles, was die restlose Verwertung der Zirbe betrifft. Harry G serviert dabei urkomische Beispiele, wie man spaß- und humorbefreite Menschen mit ihren eigenen Waffen schlagen kann. Herzhafte und deftige Wortwahl kostenlos inbegriffen. Er ist dabei nicht nur Meister der Klischees und Provokation, sondern auch der Improvisation auf Basis der speziellen Publikumsinteraktion.

Auf seine Fragen kommen teils kuriose Antwort- und Gegenantwortspiele heraus, die gelegentlich zu Zerrungen der Bauchlachmuskulatur führen können. Zu seinen fiktiven Lieblingsfiguren Ilse, Alexander und Alfons gesellt sich an diesem Abend die Realfigur in Gestalt des „Sepp aus Waging“, den Harry G zu fortgeschrittener Stunde besonders gerne ins Vertrauen zieht – was ihm am Ende einen kuriosen „Anruf vom Mars“ beschert. Maria Ortner

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