Traunstein – Eine außergewöhnliche Ausstellung des ebenso außergewöhnlichen Malers und Emailleurs Anton Blank aus Unterwössen ist ab sofort zweimal wöchentlich in der Galerie Fuchsgrube nahe am Traunsteiner Stadtplatz zu sehen.
Anlässlich Anton Blanks 80. Geburtstag in 2020 hatte er zusammen mit seiner Frau Maria eine umfangreiche Werkschau zusammengestellt, die bereits im Traunsteiner NUTS gehängt war, bis Corona allem einen dicken Strich durch die Rechnung machte.
Auch in der jetzigen Ausstellung in der Galerie Fuchsgrube ist ein guter Querschnitt von Toni Blanks künstlerischem Schaffen während eines guten halben Jahrhunderts zu sehen. Ein Leben lang befasste er sich eingehend mit den ihn umgebenden gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Situationen, aber auch vielfach mit der Natur und allen ihren Ausprägungen zu allen Jahreszeiten.
Oft sehr humorvoll und witzig erzählt seine Malerei vom Disput am Stammtisch, vom Fingerhakeln und allen möglichen anderen Situationen zwischen Menschen. Dabei kennt Blank sich naturgemäß als Spieler und Regisseur beim Wössner Bauerntheater, als Chorsänger, Musikliebhaber und generell als Menschenbeobachter sehr gut aus.
Als Künstler hat er sich – jedenfalls im Vergleich zu vielen Malerkollegen im Chiemgau – was Öffentlichkeitsarbeit und Werbung betrifft, immer sehr zurückgehalten und gehört bis heute keinem Kunstverein an. Kunstkennern und sicher im gesamten Achental bis Reit im Winkl sind Toni Blanks Bilder jedoch sehr bekannt und es gibt eine große Anzahl passionierter Sammler seiner Bilder.
Im November 1940 wurde Tonie Blank als Sohn eines Bauernknechts und einer Hausfrau in Unterwössen geboren.
Hier wuchs er zusammen mit seiner Schwester auf, die heute an der Nordsee lebt, ging in die Unterwössener Volksschule (zusammen mit 50 anderen Kindern in einem Klassenraum). Die Schule gefiel ihm nicht besonders gut, außer wenn es ums Malen und Zeichnen ging. Darüber hinaus liebte er lange Gedichte, zum Beispiel Friedrich Schillers „Die Glocke“ oder „Die Bürgschaft“, aus denen er heute noch zitieren kann.
Nach der Volksschule lernte Blank Kunstemailleur in Reit im Winkl und arbeitete danach dort. Als der Lehrherr seinen Betrieb aus Altersgründen aufgab, richtete Toni seine eigene Werkstatt im eigenen Haus in Unterwössen ein und nahm alle möglichen Aufträge an. An verschiedenen Häusern im Achental sind seine Arbeiten zu sehen, zum Beispiel am Hofwirth Zur Post in Marquartstein, wo die historischen Gestalten auf dem Bild unter dem Dach die Gesichter von lebenden Personen haben, die in der Öffentlichkeit standen.
Anton Blank studierte zwar nie Kunst, aber er beschäftigte sich viel mit Kunst und Kunstgeschichte und eignete sich über die Jahre ein großes Wissen über Kunst an. Viele Jahre lang veranstaltete er zweimal jährlich Ausstellungen in den Orten im Achental. Natürlich beflügelte die Ehe mit Maria, Organistin und Chorleiterin, mit der er zwei Kinder hat, sein künstlerisches Werk nochmal – nicht nur in musikalischer Hinsicht.
Christiane Giesen