Halfing – Als „Jahrhundertprojekt“ bezeichnet die Kirchengemeinde von Mariä Himmelfahrt den Bau einer neuen Orgel. Gesalbt und gesegnet war sie schon, beim Konzert mit Hans Stockmeier an der Orgel und Bläsern der Halfinger Blasmusik als Schlusspunkt der Feierlichkeiten jubelte der Pfarrer Pater Paul Kusiak, die Orgel sei nun auch „gekrönt“. In der Tat war es ein durchaus festliches Krönungskonzert, in dem Hans Stockmeier wörtlich alle 26 Register zog, mit der die Orgelbaufirma Alois Linder aus Nußdorf diese Orgel ausgestattet hat.
Mit Pauken
und Trompeten
Pauken und Trompeten waren in monarchischen Zeiten alleine dem König vorbehalten: Hier galten sie der „Königin“. Majestätisch und freudig strahlten die Bläser mit der Orgel um die Wette im „The Prince of Denmark’s Marche“ von Jeremiah Clarke, einem Rigaudon von André Campra (mit einer etwas gewaltsamen Basstuba) und am Schluss mit der schmetternden „Fanfare of Nicaea“ von Robert W. Gauger (diesmal mit einer melodischen Tuba).
Den Löwenanteil am Konzert hatte Hans Stockmeier, der mit seinem Programm demonstrierte, dass die neue Orgel geeignet für barocke, romantische und französisch-romantische Orgelmusik ist. Glänzend strahlende Festmusik ist Bachs Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552: Freudig glitzernd registrierte Stockmeier das Präludium, arbeitete mit hübschen Echowirkungen und breitete dann ruhig-gelassen Bachs kombinatorisch vielfältige Fugenkunst aus mit einem feurig beschleunigten Finale. Zwischen Fuge und Präludium hatte Stockmeier das Choralvorspiel über „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ BWV 645 gesetzt: zärtlich verspielt, mit der deutlich hervorgehobenen Choralmelodie im Oboen-Register. Noch verspielter in reizender Klangfarbenvielfalt waren die drei Stücke für eine Flötenuhr von Joseph Haydn, die Töne waren wie durcheinanderpurzelnde Rokoko-Putti. Hoch schäumte die Orgel dann auf in der B-Dur-Orgelsonate von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit dem auftrumpfenden Allegro con brio, dem nachdenklich-sanglichen Adagio religioso und dem Allegro maestoso mit satten Septakkorden im vollen Werk der Orgel. Diese Linder-Orgel kann alles, auch französische Orgelmusik aus dem 19. Jahrhundert: Aus der „Suite gothique“ spielte Stockmeier zwei Stücke. Leise verschwimmend und dann anschwellend „Prière à Notre Dame“ und dann mit einem rauschenden Schluss-Fortissimo die berühmte Toccata. Hierbei war das Schwellwerk der Orgel besonders gefragt. Und weil der Beifall der die Kirche ganz füllenden Zuhörer nicht enden wollte, gab Stockmeier noch ein heiteres Stück dazu: Die „Königin“ tanzte.