Rosenheim – Dass man ernste Musik auch humorvoll und heiter präsentieren kann, bewies das Duo Fantasia in einem Konzert in der Städtischen Mädchenrealschule. Auf Einladung des Fördervereins Städtepartnerschaft Rosenheim-Ichikawa gastierten der Flötist Utum Yang und die Pianistin Julia Ito.
Schmunzelnd moderierten sie ihr äußerst abwechslungsreiches Programm, das eigentlich nur ein Werk original für diese Besetzung enthielt, nämlich die Flötensonate D-Dur op. 94 von Sergej Prokofjew. Mit Lust stürzten beide Musiker sich in die expressive und emotional aufgeladene Musik, vor allem auf das Finale mit dem blitzenden Triumphmarsch – die Sonate ist 1943 komponiert, mitten im Zweiten Weltkrieg.
Alle andere Musik war von den beiden Musikern selber für ihre Besetzung arrangiert. So musste Julia Uto in dem Flötenquartett KV 285 von Mozart gleich drei Instrumente ersetzen, nämlich Violine, Viola und Cello, was sie mit viel Verve und Souveränität tat, während Utum Yang seiner Flöte einen kraftvoll-dynamischen Klang entlockte, der den ganzen Saal füllte.
Der Südkoreaner Utum Yang brachte auch japanische Musik mit: von Rentaro Taki, den man auch den „japanischen Schubert“ nennt, ein sehr deutsch klingendes Stück namens „Blume“ und ein sehr japanisch klingendes Stück namens „Ruine im Mondlicht“. Beeindruckender war ein Stück, das angeblich von einem Samurai für die Bambusflöte komponiert worden ist: Es stellt eine Szene im Herbst dar, wenn der Rehbock brünftig nach (s)einer Ricke ruft, mal flehentlich, mal fordernd. Yang brachte es dabei sogar fertig, auf seiner Flöte zweistimmig zu spielen.
Den Vogel aber schoss das Duo Fantasia aber mit ihrer Version des „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns ab: Die Piccolo-Flöte imitierte die pickenden Hühner, die Altflöte tanzte den dreifach verlangsamten Can-Can und ahmte das I-A der Esel nach, zu den Fischen produzierte Yang Seifenblasen und für die Elefanten schraubte Yang das Mundstück seiner Altflöte ab, um auf der Restflöte Elefantentrompetentöne zu erzeugen, während er im Storchen-Stechschritt auf der Bühne marschierte.
Die abschließende „Carmen-Fantasie“ von George Bizet spielten Julia Ito und Utum Yang so rasant, dass Beifallstürme losbrachen, die gleich zwei Zugaben einbrachten: die Schnellpolka „Vergnügungszug“ von Johann Strauß Sohn und schließlich den von den Zuhörern vergnügt mitgeklatschten „Radetzkymarsch“ von Johann Strauß Vater. So macht Musik gute Laune.RAINER W. JANKA