Rosenheim – 2006 haben sich einige Volksmusikanten aus Stadt und Landkreis Rosenheim am Rosenmontag zum Stammtisch in der Wirtschaft „Zum Johann Auer“ in Rosenheim getroffen. In geselliger Runde wurde musiziert und gesungen – bis weit in die Nacht hinein. Natürlich waren auch der Wirt Toni Sket und seine liebe Frau dabei, zwei alteingesessene Rosenheimer Wirtsleute und Verfechter der alten bayerischen Wirtshausgemütlichkeit.
An diesem Rosenmontag vor 18 Jahren waren nicht viele Gäste am Abend da, als wir ganz einfach zum Singen und Musizieren begonnen haben. Ich erinnere mich noch genau: Der Wirt hat sich das Lied vom „Rehragout“ gewünscht, weil er eine solche Speise hin und wieder auch in seiner Küche für die Gäste zubereitet. Lautstark hat es gleich geklungen: „Ja, was gibts denn heit auf d’Nacht, / heit gibts a Rehragout …“ – und wir haben mit den Instrumenten gleich eingestimmt und andere bekannte Wirtshauslieder angestimmt. Die wenigen Gäste sind näher gerückt und kannten natürlich: „Drei Tag, drei Tag, geng ma nimma hoam … / Wenn das so weitergeht, bis morgen früh, ja früh … / Schiafe Absätz und an jedn Strumpf a Loch …“
Lauter Lieder, die man gut singen und darauf trinken kann. Die Runde wurde immer anspruchsvoller, denn man erinnerte sich an Lieder „von früher“ – und bei den über 60-jährigen Besuchern waren das dann: „Geng ma moi nüber zum Schmied seiner Frau. / Der Schmied, der hat ein Töchterlein …“; „O, du liaber Augustin alles is hin. / S Geld is weg, s Madl weg, Augustin liegt im Dreck …“; „A Hiatamadl mog i net, / des hot koa dicke Wadln net, / hali, halo, schens Madl, was sagst do?“; „Sighst as wohl, da kimmt er, / große Schritte nimmt er, / sighst as wohl, da kimmt er scho, / der versoffne Schwiegersohn.“
Vieles waren auch Texte von Tanzliedern, die früher auf den Tanzböden in den Rosenheim umgebenden Wirtshäusern gesungen wurden, wenn die „Musi gspuit hot“.
Und auch alte Schlager wurden angestimmt, wie „Es gibt kein Bier auf Hawai“ als Walzer oder der „Bummelpetrus“ als gemütliche Rheinländer-Polka – und natürlich die Lieder von den „Zwei kleinen Italienern“, die Heimweh hatten, oder vom Stadtpark: „Gehn sie aus im Stadtpark die Laternen …“
Lustige Wirtshausmusik ohne Notenblätter, aus dem Hut heraus gespielt, dazu gesellige Lieder, ganz einfach und natürlich am Tisch in der Gaststube. Seither sind wir jedes Jahr beim Toni Sket zugekehrt, ganz sicher jährlich am Rosenmontag, unter Corona auch im Freien.
Auch heuer wollen wir uns – mit oder ohne Verkleidung – zu einem volksmusikalischen Gesellschaftsabend am Rosenmontag in der Gaststube „Beim Johann Auer“ in der Rosenheimer Färberstraße treffen, um 20 Uhr, also „um achte auf d’Nacht“. Alle, die gern lustige Lieder mitsingen, sind herzlich willkommen. Wie in den Vorjahren singen wir auch wieder regionale Rosenheimer Lieder, die der Gelegenheitsdichter Michl Kaempfl um 1900 auf bekannte Melodien für Bierfeste vom Flötzinger oder vom Auer-Bräu getextet hat – so auch das Lied von der wilden Mangfall.
Wir freuen uns auf viele gesellige Gäste jeden Alters und viele gut aufgelegte Mitsänger. Und fast wäre einer der Musikanten „am Rosenmontag geboren“ worden – seinen Geburtstag begeht er heuer aber schon am Faschingssonntag: „Am Fasching, da is er geborn. Drum hot er so lange Ohrn. Und ganz kurze Hoor, a Bäucherl vorn dro, so is er a gstandener Mo – Juche!“ ernst schusser