Filigraner Zauber

von Redaktion

Gitarristin Ana Vidovic begeistert bei den „Saitensprüngen“ in Bad Aibling

Bad Aibling – Ana Vidovic verbindet höchste technische Perfektion mit großer Leidenschaft für den Klang der Gitarre. Im Rahmen des Gitarrenfestivals Saitensprünge Bad Aibling bannte die kroatische Gitarristin das Publikum im ausverkauften Kursaal in einem umjubelten Konzert. Auf dem Programm standen hauptsächlich spanische Komponisten, deren Werke sie mit virtuoser Brillanz zu Gehör brachte.

Anmutig und
temperamentvoll

Zunächst spielte Vidovic das Concierto de Aranjuez von Joaquin Rodrigo. Temperamentvoll mit glitzernder Helligkeit und märchenhafter Anmut erklang das Allegro con spirito. Weiche, sanfte Akkorde und große Virtuosität kennzeichneten das Adagio, nach dem das Publikum voreilig applaudierte. Ein heiteres Allegro gentile beendete das Werk.

Charmant kündigte die Gitarristin die einzelnen Werke in Englisch an. Durchsichtig und filigran war die Violin Partita Nr. 3 in E-Dur BWV 1006 von Bach. Rhythmische Exaktheit im Prelude wechselte mit ruhigen, zart strömenden Passagen. Auf die lebhafte Gavotte en Rondeau und die beiden Menuette folgten eine melodische Bourree und eine Gigue, für die Vidovic viel Beifall erhielt. Die Sonatina Meridional des mexikanischen Komponisten Manuel Ponce zeigte erneut Vidovics Gespür für den klanglichen Ausdrucksreichtum ihres Instruments. Die vier Sonatas von Domenico Scarlatti versetzten den Hörer in die festlich-höfische Zeit des Barock. Rasche Tonwiederholungen und gebrochene Akkorde in rasantem Tempo brachte Vidovic mit müheloser Leichtigkeit zum Erklingen. Es schien, als ob sie mit der Gitarre förmlich verschmolzen wäre.

Filigranen Zauber verströmte die Gitarristin mit der Sonatina von Federico Moreno Torroba. Einzeln aufsteigende helle Töne und kraftvoll funkelnde Akkorde spielte Vidovic derart makellos, dass man gebannt und hingerissen staunte. Die Komposition La Catedral von Augustin Barrios Mangoré interpretierte Vidovic mit großer Einfühlung. Leise ausschwingende Klänge und eine lebhafte, sich wiederholende Melodik schufen eine Atmosphäre voller Tiefe und Anmut.

Poetische
Melodien

Mit der Suite Castellana von Federico Moreno Torroba beschloss die Gitarristin den Abend. Der erste Satz Fandanguillo ist ein spanischer Tanz mit lebhafter Rhythmik und poetischen Melodien. Sinnend und hingebungsvoll spielte Vidovic die Sätze Arada und Danza.

Für den begeisterten Beifall bedankte sich Ana Vidovic noch mit zwei Zugaben, darunter der melancholischen Komposition „Una limosna por el amor de dios“ von Augustin Barrios Mangoré.

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