„Qualität, Lebendigkeit und Freude an der Musik“

von Redaktion

Peter Adler und Concenti musicali präsentieren neue Doppel-CD

Rott/Rosenheim – Auf dem Cover grüßt fröhlich die kleine Putte von Ignaz Günther mit dem leuchtend roten Kardinalshut. Die Farbigkeit des Bildes spiegelt die Leuchtkraft der Musik wieder. Der Live-Mitschnitt dokumentiert zwei Konzerte aus diesem Jahr in St. Michael, Attel, und der Pfarrkirche Rott.

Glanzvolle Namen aus der Ära des Hochbarock wie Antonio Caldara oder Heinrich Ignaz Franz Biber schmücken das Programm. Doch Vorsicht: Der rührige und akribische Chorleiter Peter Adler erklärt im Beiheft, dass als Urheber der aufgeführten Stücke nur einer in Frage käme, nämlich der aus Wasserburg gebürtige Abraham Megerle!

Kurz zur Quellenlage: Man nahm es damals beim Abschreiben der Noten nicht so genau mit den Autoren; oft wurde dann einfach der Name des amtierenden Domkapellmeisters als Komponist über den Titel geschrieben. Dieses Verwirrspiel zu enträtseln gibt den findigen Musikwissenschaftlern wie Peter Adler jede Menge Ermittlungsarbeit…

Doch Adler ist Vollblutmusiker genug um festzustellen: „Dabei ist das Wichtigste, dass diese Werke überliefert wurden. Letztlich zählen doch die Qualität, Lebendigkeit und Freude an der Musik.“ Und so liegt denn nun eine CD-Neuerscheinung vor, die auch dank der hervorragenden Gesangssolisten, dem exzellenten Orchester und nicht zuletzt dem feingeschliffenen Edlinger Madrigalchor „Concenti musicali“ ungetrübte „Freude an der Musik“ vermittelt.

Zwei gewichtige Messvertonungen bilden das Hauptgewicht. Einmal die „Missa in B“, offiziell von einem „Signore Anonymo“ komponiert. Die andere trumpft als „Missa solemnis“ (feierliche Messe) auf. Beide sind nach dem Dafürhalten Peter Adlers vom Wasserburger Megerle. Nach allem, was wir von diesem Komponisten kennen: Die kleine Stadt in der Innschleife darf stolz auf ihren Sohn sein!

Komplettiert wird das Programm durch kürzere, sehr feingliedrige Gesänge marianischen Gepräges: „Salve Regina“, „Regina coeli“ oder „Magnificat“. Ein artgerechtes Weihnachtsgeschenk!

Walther Prokop

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