Vorweihnachtliches Klingen und Leuchten

von Redaktion

„Altbayerisches Adventskonzert“ im Münster Frauenwörth

Frauenchiemsee – Die vorausgeschickten Worte, mit denen Kirchenmusikerin Andrea Wittmann die zahlreichen Besucher des dritten Adventskonzerts im Münster Frauenwörth auf Musik einstimmte, hatten es in sich. Nicht nur mit dem äußeren Hörorgan lauschen, sondern auch mal in sich hineinhorchen und die Kraft der Musik wirken lassen, riet sie. Unter dem Motto „Altbayerischer Advent vom Chiemsee bis zum Königssee“ standen drei Gruppen auf dem Programm. Im kurzweiligen Wechsel boten der Sing- und Musizierkreis Seeon, die Elstätzinger Musikanten Salzburg-Rupertiwinkl und das Traunsteiner Jungbläser-Trompe-Ensemble „Trompe de Baviére“ ausgesucht feine instrumentale und vokale Adventsmusik. Im Jagddress schritten die Musiker des Trompe-Ensembles andächtig Richtung Altarraum. Die Naturhörner über eine Schulter geschwungen, brachten sie sich in Aufstellung. Geblasen wurde mit dem Rücken zum Kirchenschiff – eine unglaubliche Klangentfaltung enterte den Kirchenraum. Äußeres und inneres Ohr – der „Einzug aus der Hubertusmesse“ ging durch und durch.

Die Elstätzinger Musikanten kontrastierten mit leisen Klängen – „An Prinzen seina“, zart und den Ohren schmeichelnd, zeigten sie ihr virtuoses Können im Zusammenspiel an Harfe, Gitarre, Kontrabass, Geige, Klarinette und Knopfgriffakkordeon. Aus tiefer Brust und vollem Herzen kam der wunderbar harmonisierende vierstimmige Gesang des Seeoner Singkreises: „Maria im Advent“ – ein vorweihnachtlicher Hörgenuss, wie auch „Es kommt ein Schiff“ oder „O Heiland reiß die Himmel auf“, den Wittmann im vitalisierenden Dirigat formte.

Ein „Schäferstückl“ kredenzten die Bläser – dynamisch und ausdrucksstark verlautete ein dialogisches Ruf-Antwort-Spiel: Wer zu neugierig war, verdrehte sich den Hals, um den von hinten agierenden Bläser zu erspähen. Zum Erstaunen der Konzertbesucher zeigten die Bläser in einem gesungenen Stück in französischer Sprache Vielseitigkeit und Singtalent, das freilich an den gut geprobten Chor nicht heranreichte, aber andererseits in Art und Ausdruck nicht zu vergleichen war.

Das Lied „Wacht auf, ruft uns die Stimme“ von Hans Berger sollte, wie Wittmann erklärend vorausschickte, als Lob an das Jetzt gelten. Augen auf, wachsam sein, bereit sein für die Ankunft des Heilands: Martin Luthers Adventslied „Nun komm, der Heiden Heiland“ formuliert die Bitte um das endgültige Erscheinen des Erlösers.

Und tatsächlich wurde zunehmend weihnachtlicher und freudiger. Adventlich-bayerische Hochgefühle lockten eindeutig die Elstätzinger Musikanten in die Gemüter der Lauschenden: Ob mit „Rotschwanzl-Boarischer“ oder dem „Sandlinger und Jodler in D“ brachten sie die Augen der Zuhörer zum Leuchten. Da war am Ende leicht Mitsingen, als Wittmann traditionsgemäß in ihren Adventskonzerten alle aufforderte, ein gemeinsames Lied anzustimmen. „Es wird ein Stern aufgehen“, sollte es sein – keine leeren Versprechungen. Kirsten Benekam

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