„Mich reizt das Lampenfieber“

von Redaktion

Interview Dieter Fischer kommt mit „Opern auf Bayrisch“ am 15. März ins Kuko

Rosenheim – Er ist der Hauptkommissar Anton Stadler in der Serie „Rosenheim-Cops“: Jetzt tritt Dieter Fischer auch in Opernstücken in der erfolgreichen Münchner Produktion „Opern auf Bayrisch“ auf. Dort werden bekannte Werke wie „Tristan und Isolde“ oder „Lohengrin“ mit viel Augenzwinkern im Dialekt gespielt. Im Exklusiv-Interview verrät er seine nächsten Rollen, die Herausforderungen und was er von der Dialektförderung hält.

Was ist Ihr Lieblingswort auf Bairisch?

Der Waxlawa. Die Stechpalme heißt im bairischen Dialekt Waxlawa, was spitzes Laub bedeutet. Ich mag diese Pflanze sehr gerne.

Sollte das Bairische mehr gefördert werden?

Nein. Dialekte sollten authentisch bleiben und nicht künstlich erhalten werden. Man kann Sprache weder einfrieren noch erzwingen, sie entwickelt sich natürlich. In Bayern überleben viele regionale Dialekte, die vielfältig und lebendig sind – und in der Gegend von Rosenheim ist der Dialekt sowieso noch sehr präsent. In manchen Städten wie München sprechen aber immer weniger Menschen auf Bayrisch. Das ist dann eben so.

Wie kam es, dass Sie jetzt bei den „Opern auf Bayrisch“ mitmachen?

Der Kabarettist Gerd Anthoff hat mich gefragt, ob ich für ihn bei den „Opern auf Bayrisch“ einspringen möchte. Ich habe ja gesagt. Ich mag die humorvollen bayerischen Opern. Sie sind kompakt und verständlich, im Gegensatz zu italienischen oder Wagner-Opern. Die Stücke werden auf bayerisch gespielt und auf witzige Weise in die Heimat verlegt, zum Beispiel spielt „Lohengrin“ in Wolfratshausen und „Tristan und Isolde“ am Chiemsee.

In welcher Rolle sind Sie dort zu sehen?

Wir sind drei Schauspieler und müssen viele Rollen gleichzeitig besetzen. Daher spiele ich viele Charaktere – meistens bäuerliche Personen. Nur bei „Turandot“ spiele ich einen Prinzen. Besonders freue ich mich auf einen Charakter im „Lohengrin“, der besoffen ist, das geht relativ lang hin und her.

Sie sind bei den „Rosenheim-Cops“ als Hauptkommissar Anton Stadler sehr bekannt. Spielen Sie lieber vor der Fernsehkamera oder auf der Bühne?

Ich bin immer am liebsten dort, wo ich gerade bin. Sei es beim Theaterspielen, Filmedrehen oder szenischen Lesungen mit Musik. Die Zusammenarbeit mit Profi-Musikern ist immer eine Freude. Wie bei den „Opern auf Bayrisch“ – die Musiker interpretieren bekannte Opernmotive auf besondere Weise, etwa mit Hörnern und Zither statt Geige und Klavier. Diese Kreativität beeindruckt mich.

Was ist der größte Unterschied zwischen einer Theaterbühne und einem TV-Set?

Im Theater gibt es etwa sechs Wochen Probezeit, um die Rolle zu lernen, und die Aufführung muss fehlerfrei sein. Beim Film fehlt diese lange Vorbereitung, aber ich kann die Szenen dafür wiederholt drehen. Auf der Bühne reizen mich dafür die Anspannung und das Lampenfieber. Auch die Reaktionen vom Publikum sind spannend – vor der Kamera fehlt diese direkte Rückmeldung. Fürs Theater zu proben und dann vor Publikum zu spielen, macht mich aber auch nervös.

Obwohl Sie schon seit über 20 Jahren Schauspieler sind?

Natürlich. Das ist immer mit einer Anspannung verbunden. Blöd muss man sein, dass man diesen Beruf macht, denke ich mir vor jeder Aufführung. Aber wenn ich auf die Bühne gehe, weiß ich wieder, warum ich diesen Beruf so liebe. Die Stimmung auf der Bühne ist unbeschreiblich schön und das gefällt mir. Aber der Moment davor ist ekelhaft. Wenn man einen Schauspieler vor der Aufführung mit einem EKG messen würde, würden wir alle Bluthochdruck und Herzrasen diagnostiziert bekommen. Und dürften dann aus gesundheitlichen Gründen wieder nach Hause gehen (lacht).

Worauf können sich die Zuschauer freuen?

Die Zuschauer erwartet ein Abend voll Musik und bayerischem Humor, der anspruchsvoll, aber auch unterhaltsam und kurzweilig ist. Es ist kein Vorwissen nötig, es ist quasi Bildung mit Spaß. Im Gegensatz zu langen Opern, wie denen von Wagner, die viel Sitzfleisch erfordern, ist unser Programm kürzer und verständlicher. Viele Zuschauer sagen, dass sie die Stücke auf Bayerisch besser verstehen. Ich schätze auch die Unterstützung von Oberbürgermeister März und der Tourist-Information. Ich hoffe, dass es ein tolles Erlebnis für alle wird.

Interview: Cordula Wildauer

„Opern auf Bayrisch“ im Kuko

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