Bruckmühl – Pferdeprofi Bernd Hackl ist nicht erst seit der gleichnamigen Serie bei Vox bekannt. Als international erfahrener Westernreiter, Ausbilder und Pferdefachmann gibt er sein Wissen im Fernsehen, in Podcasts und Büchern weiter. Dabei hat er so einiges Kurioses, Lustiges und Bemerkenswertes mit den Pferden, den Reitern, in den Ställen sowie im menschlichen und tierischen Miteinander erlebt. So ist sein Comedy-Programm „S’Leben könnt so einfach sein“ entstanden, das er in der Bruckmühler Kulturmühle am 11. April zeigt.
Der Pferdeprofi verlässt den Sattel und tritt auf die Bühne. Wie kam es dazu?
Im Austausch mit anderen Kollegen kam mir die Idee, dass man generell die Erlebnisse, die zum Teil sehr, sehr unterhaltsam sind, irgendwie bündeln und erzählen muss. Dann dachte ich mir, Bernd, da machst ein Comedy-Programm aus den Episoden. Hundeprofi Martin Rütter macht es ja auch, und die Geschichten, die ich als Trainer erlebe, sind wirklich komisch. Wichtig ist mir aber dabei, dass sich niemand auf den Arm genommen vorkommt, es nicht bösartig ist, aber sich die Menschen bei so mancher Handlung oder Reaktion wiedererkennen. Einfach, weil es menschlich ist.
Die Tour kommt bei Pferdeliebhabern und jenen, die einfach einen lustigen Abend verbringen wollen, ausgesprochen gut an. Machen das die Geschichten mitten aus dem Leben aus?
Auf alle Fälle. Manche Besucher fahren vier Stunden zu meinen Shows. Das ist unglaublich. Ich freue mich über dieses enorme Feedback. Gleichzeitig bestärkt das einen auch in seinem Tun. Ich war der Erste mit Livetrainings mit Pferden, dem Jungpferdetraining auf Messen und der Hilfestellung bei Problempferden im Training und im Fernsehen. Mittlerweile gibt es viele Kopien. Ich sehe das als größtes Kompliment für meine Arbeit.
Aber der Platz im Sattel ist schon noch lieber als auf der Bühne?
Das kann man so nicht sagen. Ich bin immer genau für das, was ich gerade dann mache, Feuer und Flamme. Mein Tag hat 15 bis 18 Stunden. Da kriege ich Sattel, Ranchleben, Unterricht, Bühne und Co. unter. Ich muss aber immer auf den Punkt konzentriert sein – natürlich vor allem bei der Arbeit mit den Pferden. Aber auch bei Dreharbeiten erwarte ich von mir, dass es aufs erste Mal klappt und genauso wird, wie ich mir das vorstelle. Und auf der Bühne erwarte ich das von mir auch – auch wenn ich immer tierisches Lampenfieber habe. Aber ich bin der Stresstyp, der dann am besten funktioniert. Nach zehn Minuten auf der Bühne bin ich im Flow.
Wie erarbeiten Sie Ihr Programm?
Die Geschichten und Episoden gibt es ja schon oder liefert mein Leben rund ums Pferdetraining. Diese schreibe ich mir als handschriftliche Notizen auf und bringe sie dann später in Form. Dabei schmücke ich die Geschichten aus, verfremde sie, und vor allem achte ich darauf, dass nichts unter die Gürtellinie geht. Das Wichtigste aber sind dann die Überleitungen zwischen den Episoden zu erstellen und dass diese nicht gekünstelt wirken. Bevor eine Show dann uraufgeführt wird, teste ich das Programm bei meinem Stallpersonal als Probepublikum aus.
Gibt es Rituale, die nie fehlen dürfen?
Eigentlich nicht. Da ich starkes Lampenfieber habe, gehe ich eher noch spazieren oder drehe vorab gerne eine Runde durchs Publikum als Überraschung.
Kuriosität am Rande: Der Spielort Bruckmühl ist ja quasi ein Heimspiel, wenn man die Adresse Bruckmühl 1 in Michelsneukirchen hat oder?
Ja, da muss ich aufpassen, dass ich überhaupt wegfahre…(lacht). Nicht, dass ich denke, ich spiel daheim. Ich freu mich aber schon sehr auf dieses besondere Gastspiel.