Nach der Trauer wieder Hoffnung aufkeimen lassen

von Redaktion

Stabat-Mater-Konzert in der Klosterkirche Au – Gedanken der Gottesmutter unter dem Kreuz

Gars/Au – Zu einem Stabat- mater-Konzert in der Passionszeit hatte der Förderkreis Mathis-Orgel eingeladen und dazu den bekannten Augsburger Organisten Peter Bader und junge Nachwuchskünstler verpflichtet. Eingerahmt von vier kürzeren Instrumentalstücken, in denen Mathisorgel, Streicher (Athira Sukumaran, Margarita Wolf, Violine, Belen Gonzales, Cello) und Horn (Korbinian Kebinger) zum Einsatz kamen, bildete das berühmte Stabat mater von Pergolesi (1710 bis 1736) Mittel- und Höhepunkt des vorösterlichen Konzerts. Mit diesem barocken Meisterwerk gelang es, das Publikum, das die Darbietungen in Echtzeit auf Leinwand verfolgen konnte, in die Stimmung des Karfreitags zu versetzen. Die Solistinnen Karolina Wolf (Sopran) und Friderike Ließke-Dina (Alt) gaben dabei allein oder im fein abgestimmten Wechselgesang den Gefühlen und Gedanken der Gottesmutter unter dem Kreuz Gestalt. Die für uns heutige eher schwer verdauliche Botschaft des mittelalterlichen Textes (‚vom Blut trunken‘, Wundenmystik, Gericht und Verdammnis), den das Publikum mitlesen konnte, wurde erst durch das klangmalerische Medium Musik zugänglich. So war es nur konsequent und hilfreich, dass drei junge Künstlerinnen vor Beginn des Konzerts dem Publikum Verständnishilfen für das anspruchsvolle Werk gaben. Die Ausführung konnte dann, im Zusammenwirken von Solistinnen, Streichern und Orgel (Generalbass) unter der Gesamtleitung von Korbinian Kebinger das von Mit-Leiden, Schmerz und Trauer, aber auch von Trost und Heilszuversicht geprägte Werk überzeugend umsetzen. Schmerzlich düstere, aber auch zuversichtliche Klänge aus dem Largo des Hornkonzerts TVW 51 von Telemann und der Triosonate von Corelli op.3;5 hatten die jungen Künstler zur Einstimmung auf das Konzert gewählt, der Choral „Befiehl du deine Wege“ von Ebhardt und das Largo aus der Triosonate op.3;3 von Corelli diente ihrem erklärten Ziel, nach der Trauer wieder Hoffnung aufkeimen zu lassen.

Wohl verdienter Applaus belohnte die jungen Akteure, die sich herzlich bedankten. Bruno Münch

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