Rosenheim – „Du stehst mitten im Kunstwerk“ – diesen Satz hörte man mehrfach bei der Eröffnung des „Festivals mit V“, das unter Beteiligung von zehn verschiedenen Veranstaltungsorten in Rosenheim in der Galerie „Foyer 33“ eröffnet wurde. Motto des dreitägigen interdisziplinären Kunst- und Kulturfestivals war Sichtbarkeit und Gleichberechtigung. Zu diesem Thema fanden eine Vielzahl von Workshops, Ausstellungen, Konzerte und weitere Events statt.
Im „Foyer 33“ begrüßte Galeristin Cècile Pierrot die über 100 Gäste, entsprechend eng war es denn auch, und kunstvoll versuchte man, nicht die Ausstellungsobjekte der beiden „Friends“ Billy Dumke und Almut Reichenbach zu berühren. Die beiden waren im Jahr 2000 gemeinsam am Karolinengymnasium in den Leistungskursen Englisch und Kunst. Almut Reichenbach lernte erst Goldschmiedin, studierte dann an der Kunstakademie in Nürnberg und arbeitet jetzt an der Pädagogischen Hochschule in Wien. Sie kreiert filigrane Objekte und Strukturen und arbeitet mit „Cold Porcelain“, das mit Pigmenten oder Algen eingefärbt wird. Billy Dumke studierte 2003 bis 2009 an der Kunstakademie in München, nach einigen Jahren des kreativen, weltumspannenden Nomadentums lebt sie wieder in Rosenheim und engagiert sich in Kunstprojekten mit jungen Leuten. Ihre Schwerpunkte liegen im textilen Bereich. Sie arbeitet gerne mit „Fundstücken“, die aus dem Wald kommen können oder auch von Flohmärkten. In der Ausstellung gibt es mit einem selbst nachbearbeiteten Teppich einen großen Blickfang, während mosaikartige Skulpturen von der Decke baumeln.
Ein Blick in den „Tresorraum“ im Untergeschoss: Dort gibt es ein textiles Geflecht zu sehen, und ein Bild auf zwei Ebenen kombiniert ein ägyptisches Motiv mit einem Naturhintergrund. Spannend und unkonventionell.
Im Anschluss an die Vernissage konnte man wahlweise in die Asta-Kneipe zum Konzert von „Dollcircus“ oder einfach nach nebenan ins „Affekt“ zum vom Kulturclub kredenzten Film „Teaches of Peaches. Die Ausstellung „Friends“ ist bis 29. März zu sehen, jeweils freitags von 16 bis 21 Uhr. .Andreas Friedrich