Moderne Schöpfungsmythen im Herzen von München

von Redaktion

Chiemgauer Künstler stellen am 21. und 22. März in Pop-up-Galerie in den Goldberg Studios aus

München/Bernau – „Mit der aktuellen Pop-up-Ausstellung in den Münchner Goldberg Studios erfülle ich mir einen Herzenswunsch und erfinde mich nochmal ganz neu“, sagt Marah Strohmeyer-Haider. Die ehemalige Galeristin aus Bernau präsentiert heute, Freitag, und morgen, Samstag, in dem Eventareal an der Müllerstraße 46a am Sendlinger Tor zehn Künstler. Sie stellen auf dem großflächigen Areal unter dem übergreifenden Thema „Update“ Gemälde, Zeichnungen, Collagen, Plastiken, Videoarbeiten und Installationen aus. Im Rahmen einer Benefiz-Aktion für das Ambulante Kinderhospiz München können auch Kunstwerke ersteigert werden.

Auch wenn sie jahrzehntelang als Bankerin und im Marketingbereich gearbeitet hat, schlug das Herz der gebürtigen Münchnerin immer schon für die Kunst. Nach längerer nebenberuflicher Tätigkeit als Kunsttherapeutin in Augsburg und Aschau eröffnete Marah Strohmeyer-Haider im März 2020 in Bernau ihre eigene Galerie „Marah-Art“. Diese war bis zur Schließung im Mai 2024 ein gesellschaftlicher Treffpunkt für Kunst im Chiemgau. Die einfühlsam kuratierten Einzel-, Doppel- und Gruppenausstellungen von insgesamt 27 Kunstschaffenden mit zum Teil überregionalem Ruf boten Gelegenheit zur kritischen Auseinandersetzung mit Themen der Zeit und individuellen Kunstpositionen. „Aus vielfältigen Kontakten und Gesprächen heraus entstand der Wunsch, das Galerieformat mit einer Pop-up-Ausstellung neu auszurichten und auf Herzensprojekte der einzelnen Kunstschaffenden zu fokussieren“, erzählt Strohmeyer-Haider. Gesagt, getan. Auf diese Weise versammelt die zweitägige Präsentation „Update“ ein faszinierendes Kaleidoskop unterschiedlicher künstlerischer Positionen.

Mit der Magie und Ästhetik des Lichts setzt sich der Marquartsteiner Künstler Christian Hiemenz in seiner Lichtgestalt „Mach mich anders“ auseinander. Auf die Arbeit mit den Elementen, mit der aktuellen Umgebung und einer innengeleiteten Ausdrucksdynamik setzt Sophie Englmaier aus Tittmoning bei ihrer Erforschung des Menschseins auf der Malleinwand. Den Höhen und Tiefen des „Mensch_Seins“, so der Titel ihrer aktuellen Arbeit, spürt die Bildhauerin Monika Stein nach. Die Unterwössenerin fasziniert in ihrem reichen plastischen und skulpturalen Werk durch ausdrucksstarke Charaktere und Persönlichkeitstypen in Beton, Stein oder Gips.

Wie es um die Urkraft und die aktuell fragile Realität einst mächtiger Gletscher bestellt ist, hinterfragt die Malerin Elisabeth Seidel aus München in ihrem Werk „Gletscher_Lauf“. Thematisch knüpft hier die gebürtige Münchnerin Sophia Kirst an. In ihren magisch anmutenden Kuh-Aquarellen aus dem „Audhumbla“-Zyklus, die ihren Reiz aus einer besonderen Verlaufstechnik beziehen, greift sie einen Schöpfungsmythos auf, bei dem eine Kuh den ersten Menschen aus dem Eis leckt. Ebenso unterzieht die Künstlerin unser Verhältnis zum Umgang mit den Lebenselixieren Milch und Wasser einer kritischen Analyse.

Die Zergliederung des Menschen, Dimensionen des Weiblichen und die Verbundenheit mit der Schöpfung sind Themen, mit denen sich Nicola Heim aus Frasdorf in ihren Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Gedichten auseinandersetzt. In München faszinieren ihre Mischwesen aus Mensch und Tier. Mit dem zentralen menschlichen Bedürfnis nach Geborgenheit und daraus resultierenden Erfahrungen von Brüchen beschäftigt sich die Grabenstätter Künstlerin und Kunsttherapeutin Michaela Dreier in ihrer Werkfolge „Nest“ und Innenansichten aus einem Bienenstock.

Durch ihre ungeheure Farbkraft und die überspringende Lebensenergie bestechen die Gemälde von Eva Dahn Rubin. Mit „Forget your Limitations“ gibt die ehemalige Aschauerin, die inzwischen in der Toskana lebt, in ihrer aktuellen Arbeit die Richtung vor. Ergänzt werden die Arbeiten durch drei Videoarbeiten der Gastkünstlerinnen Carmen Kordas und Gertraud Platschke.axel effner

Ausstellung

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