Die Städtische Galerie Rosenheim hat sich in den vergangenen Wochen, bedingt durch die Ausstellung „Punk – wir versprechen nichts“, zu einer Musiklocation entwickelt, gut angenommen vom Rosenheimer Szenepublikum. Nun gab es ein kleines Festival, an zwei Abenden standen drei Bands auf der Bühne – immer mittendrin Andrea Hailer, Mitorganisatorin und Konzertveranstalterin. So begrüßte sie am ersten Abend die Band „Leonie singt“ (Foto links) mit Frontfrau Leonie Felle, die neulich noch beim Konzert von „Taxi Yeye“ den Bass gespielt hatte und im Zweitberuf als Bildhauerin ausstellt. Diesmal in anderer Rolle als Singer-Songwriterin am Gesangsmikro und mit eigenem Quartett. Ihre mit klarer Intonation dargebotenen Eigenkompositionen mit deutschen Texten haben es lyrisch und rhythmisch in sich, oft mit Ohrwurmcharakter und tanzbar. Eine Kostprobe aus dem Song „Gib alles“: „Steck den Kopf nicht in den Sand, hör auf den Startschuss und lauf einfach los…“. Der zweite Auftritt gehörte G. Rag (Foto Mitte) , der in kleiner Besetzung mit „Zelig implosion deluxe“ als Trio mit Gitarre, Moog-Synthesizer und Schlagzeug auftrat. G. Rag hole für ein paar Nummern eine tanzende Dame aus dem Publikum auf die Bühne, die sich als formidable Sängerin entpuppte. Sonst fesselte sein Sprechgesang, zeitweilig erinnerte der Sound an Bands wie „Kraftwerk“. Der Samstag wurde geprägt von den unverwüstlichen „Lombego Surfers“ (Bild rechts): Das Trio ist seit 1989 unterwegs, gastierte organisiert von Andrea Hailer in der legendären Konzertreihe der Hammerhalle, aber auch in der Asta und Vetternwirtschaft. Mit dem „Surfsound“ der Beachboys haben sie wenig zu tun, vielmehr mit rasantem Punkrock. So vergossen Band und Tanzwütige den einen oder anderen Schweißtropfen beim bisher punkigsten Konzert der Ausstellung. Nächste Veranstaltung ist am Donnerstag, 27. März. Um 19 Uhr lädt die Galerie zum Filmabend ein, gezeigt wird „Decoder“. Fotos /text friedrich