Musikalischer Frühlingsauftakt

von Redaktion

Gelungener Festabend der 52. Wasserburger Volksmusiktage im Rathaussaal

Wasserburg – „Frühjahrsgschichtn, Palmesel und andere Kuriositäten“ standen beim gleichnamigen Programm zum Festabend der Volksmusiktage im Mittelpunkt. Tolle Singstimmen, wunderbare Instrumentalmusik und sympathische Geschichten rund um den Frühling begeisterten das Publikum im Rathaussaal.

Breit gefächerter
Querschnitt

Die traditionelle Volksmusik in Bayern ist wieder in. Auch die Wasserburger Volksmusiktage zählen zu kulturellen Höhepunkten in der Innstadt. Seit dem Jahr 1998 organisiert Claudia Geiger die im Frühling stattfindende, zehntägige Veranstaltung. Der Abend im Rathaussaal gilt dabei als Höhepunkt und bot auch heuer wieder einen breit gefächerten Querschnitt durch das Genre der echten, bairischen Volksmusik. Passend zur Jahreszeit standen die Fastenzeit, das Erwachen der Natur und, wie sollte es anders sein, die „Liab“ im Mittelpunkt.

Die Moderation hatte Regina Wallner übernommen. Sie ist langjährige Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk. Auch im Rathaussaal erwies sich die Sprecherin als profunde Kennerin für bairisches Brauchtum und Volksmusik. Regina Wallner stellte die Gruppen vor. Sie interviewte die Musikanten und Musikantinnen, die nicht verlegen um eine Antwort, wiederum ihrerseits mit vielen lustigen, schlagfertigen Sprüchen den Unterhaltungswert des Festabends noch einmal toppten. Regina Wallner wusste aber auch viele Legenden und Geschichten über die Fastenzeit: „Flüssiges bricht das Fasten nicht“. So sollen jedem Mönch in Bayern der Genuss von fünf Litern Bier am Tag erlaubt gewesen sein.

Noch kurioser war aber wohl der Erfindungsreichtum der geistlichen Herren. Denn alles, was aus dem Wasser kam, war ebenso erlaubt. So soll neben dem Biber auch so manches Schwein, das vorher eigens ertränkt wurde, auf der Fastenspeisekarte des Klerus gestanden sein, so Regina Wallner. Aber auch Gedichte vom ersten Verliebtsein bis zur Lebenswirklichkeit und der manchmal bitteren Trennung brachte die Moderatorin unterhaltsam zu Gehör.

Dazwischen spielten die jeweils fünf geladenen Gruppen auf. Die „Frasdorfer Tanzlmusi“ begeisterte mit traditioneller Volks- und Blasmusik. Gespielt wurden lebhafte Polkas, schwungvolle Landler und Märsche auf Flügelhörnern, Tuba, steirischer Harmonika und Harfe. Die „Adlgassner Sänger“ waren aus Inzell angereist. Hubert Koch, Josef Dufter, Hubert Pastötter und Peter Holzner haben sich als Viergesang den traditionellen Liedern und humorvollen Gstanzl verschrieben.

Die weiteste Anreise hatten die „Windstreich Musikanten“. Kennengelernt haben sich Laura-Maria Waldauf und Verena Schwarz (beide Geige), Matthias Weyerer (Klarinette) Theresa Maier (Steirische Harmonika, Philipp Lakinger (Tuba) und Christian Scheurl (Gitarrist) beim Studium am Salzburger Mozarteum. Sie kommen aus der Steiermark, Tirol, Ober- und Niederösterreich, dem Salzburger Land, und aus Oberbayern. Die Gruppe überzeugte mit vielfältigen Klängen von der Volksweise bis hin zu Musik im Oberkrainer-Stil.

Für lustige Momente sorgte auch die „Oberboarische Soatnmusi“ nicht nur ihrer exzellenten Saitenmusik, sondern auch weil sich Regina Wallners Frage, warum sie keine Frauen in ihrer Gruppe hätten, zum Running Gag entwickelte. Komplettiert wurde der gelungene musikalische Frühlingsauftakt durch die „Geschwister Grundl“. Deren stimmungsvoller Dreigesang mit eher ruhigeren Liedern zum Frühlingsanfang steigerte noch zusätzlich die ohnehin schon recht festliche Stimmung im Wasserburger Rathaussaal.

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